Aus dem Englischen von Klaus-Dieter Schmidt. Europa hat in der Geschichte Großbritanniens stets eine wichtige Rolle gespielt. Seit Jahrhunderten mischen sich die Briten mit Lust in die Geschicke der europäischen Nachbarstaaten ein - und werden wiederum von den Ereignissen dort beeinflusst. In seiner fulminanten Geschichte der tausendjährigen, turbulenten Beziehung zwischen den Briten und Europa zeigt Brendan Simms ebenso faktenreich wie unterhaltsam, warum man die eine Seite des Ärmelkanals nicht ohne die andere denken kann. Sein Buch bündelt die Glanzlichter und die Tiefpunkte der britisch-europäischen Geschichte vom Mittelalter bis zum Brexit und ist ein eindrucksvolles Plädoyer für eine enge Partnerschaft, auch über das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU hinaus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2019
Laut Rezensent Andreas Fahrmeir lädt Brendan Simms' Buch in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken ein, hochaktuell ist es auch, meint Fahrmeir. Simms Ansatz, Großbritanniens Stärke herauszustreichen, seine bewährten Institutionen, seine stabile Währung, und Camerons Politik als Ausdruck von Sorge um Europa zu begreifen, scheint Fahrmeir anregend quer zu gängigen Argumentationen zu liegen. Historiografisch betrachtet regt Simms den Rezensenten allerdings auch zu Fragen an - zu den im Band konstatierten geopolitischen Kontinuitäten und ihrer Bedeutung etwa, oder ob Simms ein komplexes Thema nicht allzu sehr vereinfacht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.05.2019
Rezensent Gustav Seibt verbeugt sich recht höflich vor dem irischen Historiker Brendan Simms, der in seinen neuem Buch die Beziehungen der Engländer beziehungsweise Briten zum europäischen Kontinent zu einer Erzählung überlegener Staatskunst stilisiert. Es ist "eine stolze Geschichte", bemerkt Seibt, überzeugend findet er sie nicht. Simms argumentiert ausgesprochen geopolitisch, kritisiert Seibt, bei ihm gehe es stets darum, welche Macht die Vorherrschaft übernehmen kann oder soll, wer welche Häfen wo besetzen sollte, um welche Interessen zu wahren. Dabei gehen dem Historiker mit seinen ständigen Analogien (die Briten als die Preußen der EU) nicht nur die Pferde durch, er hängt auch einem Geschichtsbild an, das keine Brüche kennt, nur Kontinuitäten, moniert Seibt: "Simms argumentiert traditionalistisch und darum unhistorisch."
Michael Kuhlmann referiert ziemlich brav die Thesen des Historikers Brendan Simms, die sich doch selbst in dieser positiv gestimmten Zusammenfassung einigermaßen bizarr ausnehmen: Im Gegensatz zu Frankreich und Deutschland sei das Vereinigte Königreich ein souveräner Staat, schreibt Simms etwa und erklärt das Verhältnis der Briten zum Kontinent als das eines wohlmeinenden Aufpassers: Weil Europa ein stetiger Quell der Bedrohung war und der Hass zwischen Deutschen und Franzosen die Briten so beunruhigte, mussten sie ihr Empire als Gegenmacht aufbauen. (Was die Inder dazu sagten, erfahren wir nicht.) Ein wenig Skepsis lässt der Rezensent anklingen, wenn Simms die EU als "kreuzlahm" und den Euro zu einer schwachen Währung erklärt.
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