Die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert kennzeichnet ein Auf und Ab von fortschrittlicher Entwicklung und Katastrophen. Moderne Technologien und gesellschaftliche Reformen ließen die Zukunft zunächst rosig erscheinen, doch der Fortschritt brachte Konflikte, und der Erste Weltkrieg beendete diese frühe Modernisierungsphase Europas jäh. Nach einer kurzen Erholung in den 1920er Jahren erlebte der Kontinent mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust dann eine beispiellose Katastrophe - um danach wie Phönix aus der Asche aufzusteigen und, zunächst in seiner westlichen Hälfte, doch noch den Weg zu Demokratie und Wohlstand zu finden.
Konrad H. Jarausch erzählt die Geschichte Europas bis in die jüngste Vergangenheit hinein und erklärt die widersprüchlichen Entwicklungen, das Janusgesicht des 20. Jahrhunderts von Gewalt und Versöhnung, Ausbeutung und Solidarität.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2019
Noch eine Geschichte Europas hätte Thomas Speckmann nicht unbedingt gebraucht, auch wenn der den deutschen Zeithistoriker Konrad Jarausch durchaus schätzt. Und es klingt auch nicht so, als würde Jarausch einen originellen Zugang zur Geschichte des Kontinents zu eröffnen, wenn er sie - Speckmann zufolge - als "ständiges Auf und Ab" beschreibt. Wenn Jarausch jedoch aus der Historie Schlüsse für die Zukunft zieht, wird es für den Rezensenten interessant. Dann nämlich scheint auf, dass die Europäer den Amerikanern eine Lektion voraus haben und zurecht ihre Erwatungen an die Moderne, den technologischen Fortschritt und den Wettbewerb gemäßigt haben. Auch Jarauschs Plädoyer für die Menschenrechte, lebendige Demokratie Toleranz und solzialer Gerechtigkeit mag sich der Rezensent anschließen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018
Rezensent Jürgen Osterhammel hat Respekt vor dem gelungenen Ganzen bei Konrad H. Jarausch. Dessen Geschichte Europas überzeugt ihn mit gediegener Konventionalität in der Darstellung. Keine provokanten Thesen oder sprechende Anekdoten, dafür gelungene politische und gesellschaftliche Analysen, meint er. Dass der Autor nie von einem einheitlichen Westen und dem Triumph seiner Werte ausgeht, findet Osterhammel richtig, ebenso, dass Jarausch den Kontrast zwischen Europa und den USA dennoch deutlich herausarbeitet. Mehr Differenzierung zwischen Vormoderne und Moderne hätte sich der Rezensent gewünscht. Das Erscheinungsjahr 2014 schadet dem Buch nicht, findet er.
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