Warum schlafen so viele Japaner in Zügen und Sitzungen? Was tun sie nachts? Keine Zeit zum Schlafen? - Diese erste Monografie über sozial- und kulturwissenschaftliche Aspekte des Schlafens behandelt Themen wie Zeitverwendung, Arbeitsethik, Geschlechterverhältnisse, soziale Beziehungen, den Umgang mit Ängsten und das Verhalten in der Öffentlichkeit. Steger untersucht Schlafmethoden zum Gescheiterwerden, erstellt eine Typologie von Kulturen der Schlaforganisation sowie eine Theorie des öffentlichen Schlafens und prägt den Begriff der "sozialen Tarnkappe". Sie zeigt, dass soziales Leben ohne Möglichkeiten der Erholung unerträglich wäre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2004
Steffen Gnam hat diese Studie von Brigitte Steger über die Schlafgewohnheiten in Japan und deren historische Wandlungen, vom Altertum bis hin zum "postmodernen Schlafmanagement", zu einer langen und gedankenreichen Besprechung inspiriert - in der das einzige Werturteil zum Buch dann allerdings ein überraschend schwaches Lob darstellt. Gnam nennt es eine "in manchen Ansätzen originelle Studie". Steger unterscheidet in ihrer interdisziplinären Studie, erfährt man, drei kulturelle Schlafmuster, den "nächtlichen Monophasenschlaf", die "biphasische Siesta-Kultur" und den "Polyphasenschlaf bei kurzem Nachtschlaf". Letzteren findet sie dabei exemplarisch in Nippons "Nickerchen-Kultur" verkörpert. Ein Ergebnis der Studie lautet, berichtet Gnam weiter, dass diese mittlerweile bereits zurückgedrängte, vormoderne Schlafkultur Japans dort nun ironischerweise im Zuge der Globalisierung zurückkehrt.
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