Heinz Dieter Kittsteiner (Hg.)

Was sind Kulturwissenschaften?

13 Antworten
Cover: Was sind Kulturwissenschaften?
Wilhelm Fink Verlag, München 2004
ISBN 9783770539475
Kartoniert, 300 Seiten, 27,90 EUR

Klappentext

Seit geraumer Zeit sind an deutschen Universitäten kulturwissenschaftliche Studiengänge eingerichtet worden. Seither gibt es auch eine Debatte darüber, was "Kulturwissenschaften" eigentlich sind. Die Grundidee, die traditionellen "Geisteswissenschaften" zu reformieren, erweist sich in der universitären Praxis als schwieriger, als gut gemeinte Denkschriften vorgegeben hatten. Schon der Begriff ist umstritten. Soll man "Kulturwissenschaft" als eine neue Disziplin betrachten, oder sind "Kulturwissenschaften" im Plural ein übergreifender Verbund von Einzeldisziplinen, die in ihren Fragestellungen temporär zusammenarbeiten? Und schließlich: Wie interdisziplinär sind inzwischen schon die einzelnen Fächer selbst? Um diese Fragen zu beantworten, hat es systematische Rekonstruktionsversuche der Kulturwissenschaften gegeben oder man hat versucht, ihre Geschichte zu schreiben. Der vorliegende Band wählt einen anderen Weg, indem er von der universitären Praxis ausgeht, und zeigt die Vielfalt von philosophischen, historischen, soziologischen, ethologischen und literaturwissenschaftlichen Arbeitsfeldern, die sich unter dem Dach der Kulturwissenschaften zusammengefunden haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.09.2004

Die Kulturwissenschaften, Anfang der 90er Jahre von den Kultusministerien an verschiedenen Universitäten in unterschiedlicher Ausprägung ins Leben gerufen, sind die Antwort auf die Krise der Geisteswissenschaften, formuliert Rezensentin Sonja Asal ihre neu gewonnene Einsicht in die kurze Wissenschaftsgeschichte dieser Multi-Disziplin. Folglich, erläutert Asal weiter, könne man die Kulturwissenschaften nicht als genau definierte, einheitliche Disziplin beschreiben, sondern als ein Konglomerat von Wissenschaften - dazu gehören in jedem Fall die Geschichts-, Politik- und die Sprachwissenschaft -, die kooperierten, um Phänomene der Kultur zu erforschen, die mit den alten Disziplinen schwer ergründbar seien. Die beste Werbung für das Anliegen der Kulturwissenschaften, stellt Asal fest, machten die Einzeldisziplinen immer noch für sich selber; so zeichne beispielsweise Werner Schiffauer für die Ethnologie ihre "Rekonzeptualisierung als kulturwissenschaftliche Leitdisziplin" nach dem "cultural turn" nach; der Historiker Karl Schlögel bringe die Kategorien "Raum" und "Räumlichkeit" als Ansatzpunkt für verschiedene Disziplinen ins Gespräch. Die Vielfalt der Forschungsperspektiven der Kulturwissenschaften ist groß, da ist sich Asal nach diesen dreizehn überzeugenden Antworten sicher.

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