Misstrauen hat einen schlechten Ruf. Angeblich befördert es Populismus und die Erosion des Faktischen: In jeder Krise heißt es deshalb sofort, man müsse wieder Vertrauen entwickeln. Misstrauen hat jedoch auch ein kreatives und regulatives Potential. Kann sich dieses Potential nicht entfalten, verschärft sich Misstrauen und entwickelt sich zu einer Gefahr für Gesellschaft und Staat. Anstatt also in den gegenwärtigen Vertrauenskrisen reflexartig immer sofort Vertrauen in die Institutionen einzufordern, sollte das weltweit wachsende Misstrauen endlich ernst genommen werden.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 20.03.2019
Rezensent Julian Weber lernt den Wert des Misstrauens kennen mit dieser Studie des Hamburger Sozialanthropologen Florian Mühlfried. In Zeiten von Bankenkrise, NSA-Affäre oder Abgasskandal sei Misstrauen längst konstituierend für den modernen demokratischen Staat geworden, liest der Kritiker, der auch Mühlfrieds Misstrauens-Skala mit Interesse betrachtet: Zentrifugale, also nach außen gerichtete Kräfte von Misstrauen können eine Gesellschaft bedrohen, während zentripedale, also nach innen gerichtete Kräfte von Misstrauen demokratiefördernd wirken können, erfährt Weber.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…