Cameron Crowe, Billy Wilder

Hat es Spaß gemacht, Mr. Wilder?

Gespräche mit Cameron Crowe
Cover: Hat es Spaß gemacht, Mr. Wilder?
Kampa Verlag, Zürich 2019
ISBN 9783311140085
Gebunden, 496 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Rolf Thissen. Nach den drei wichtigsten Regeln des Filmemachens gefragt, antwortete Billy Wilder bekanntlich: "Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen." Und daran hält er sich auch als 93-Jähriger im Gespräch mit dem Regisseur Cameron Crowe. Niemand ist vor Wilders bissigem Humor sicher, ob Marlene Dietrich, "Mutter Teresa mit schöneren Beinen", Erich von Stroheim, dem er eine Vorliebe für Dessous nachsagt, oder Marilyn Monroe, "ein endloses Puzzle ohne jede Lösung". Cameron Crowe ist ein fordernder Gesprächspartner, immer wieder entlockt er Wilder erhellende Bekenntnisse, über seine Vorliebe für Schwarzweiß oder seinen Sinn für Ausstattung zum Beispiel. Und Wilder erinnert sich: An seine Jugendjahre in Wien, seine Zeit als Journalist in Berlin und die Emigration in die USA, wo er sich als bettelarmer Drehbuchautor zunächst ein winziges Hotelzimmer und Dosensuppen mit einem gewissen Peter Lorre teilte - immerhin im Chateau Marmont.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2019

Eigentlich, weiß Rezensent Tobias Sedlmaier, sollte das Gespräch zwischen dem Regisseur Cameron Crowe und seinem Vorbild Billy Wilder nur wenige Stunden dauern. Stattdessen hat sich aus dem Zusammentreffen der beiden Künstler ein mehrtätiges Interview entwickelt, indem Wilder bereitwillig aus seinem Leben und Wirken in der Filmwelt berichtete. Daraus entstanden ist schließlich eine Serie ungekürzter Gesprächsprotokollen, die nun vom Kampa Verlag neu aufgelegt wurde. Mit diesem Interviewband liest Sedlmaier eine Lebensgeschichte, die zugleich Filmgeschichte ist. Die vielen Wiederholungen, Unterbrechungen, Nachfragen und Pausen in der ungeschnittenen Rohfassung machen die Gespräche keinesfalls weniger spannend oder amüsant, meint der Rezensent, sondern umso lebendiger. Besonders unterhaltsam findet er es, wenn Wilder von seinen Erfahrungen mit Ikonen wie Humphrey Bogart, Audrey Hepburn und natürlich Marylin Monroe erzählt. Stets werden diese Leute und ihre Spleens und Attitüden mit einer charmanten Mischung aus Zuneigung und Bosheit beschrieben, so der begeisterte Rezensent.

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