Seit über vier Millionen Jahren bevölkern Parasiten diesen Erdball und führten bislang ein wenig erforschtes Leben im Schatten der Wissenschaft. Carl Zimmer schildert auf einer Reise in das verborgene Universum der Parasiten die komplexe Welt von Würmern, Protozoen und anderen gefährlichen Kreaturen. Aus dem Inhalt: Wie Parasiten ihre Wirte in kastrierte Sklaven verwandeln, Blut trinken und das natürliche Gleichgewicht verändern; wie der Homo Sapiens mit Lebewesen in sich heranwuchs; ein kranker Planet und wie ein jüngst aufgetauchter Parasit zur Heilung beitragen kann. Zimmer beschreibt in diesem Wissenschaftskrimi, wie diese Eindringlinge provozieren, manipulieren und mit unserem Immunsystem intim werden - und dies mit einer kaum zu glaubenden Raffinesse und Findigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2001
Schauderhaftes Buch, das, meint Monika Offenberger. Doch in diesem Fall ist das zweifelsohne als Lob gemeint. Was könnte schließlich Besseres über ein Buch gesagt werden, das alles daransetzt, dem Leser "abstruse Geschichten aus der wirklichen Welt" aufzutischen, haarsträubende Geschichten, wie etwa die vom parasitischen Krebs, der die Zunge eines Fisches auffrisst, um deren Platz einzunehmen und sich des Fisches künftige Beute einzuverleiben? Die Rezensentin jedenfalls scheint sich der bereits verbreiteten Meinung anschließen zu wollen, dass nach der Lektüre dieses Buches kein Smalltalk mehr sein wird, wie er mal war. Nicht umsonst hat Offenberger die hier zu findende bedenkenswerte Maxime verinnerlicht, das Studium des Lebens sei größtenteils Parasitologie, oder den nicht weniger originellen Vorschlag des Autors (der im übrigen nicht nur auf Sensationen aus ist, sondern auch ganz wissenschaftlich vorgeht), den Menschen selbst doch einfach mal als Parasiten zu betrachten und die Erde als unseren Wirt.
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