Carla Namwali Serpell

Die Furchen

Roman
Cover: Die Furchen
Claassen Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783546100854
Gebunden, 352 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Arsal Dardan. Verloren gehen und verlieren sind zweierlei. Cassandra Williams ist zwölf, ihr kleiner Bruder Wayne sieben. Eines Tages gehen sie an den Strand, um zu schwimmen, doch heim kehrt Cassandra allein. Den Verlust überlebt die Familie nicht. Der Vater beginnt ein neues Leben mit einer anderen Frau, die Mutter klammert sich an die Möglichkeit, dass Wayne wieder auftauchen wird. Denn eine Leiche wird nie gefunden. Cassandra wird älter, aber ihr Bruder verfolgt sie. In unzählige Therapiesitzungen und bis in ihre Träume hinein. In anderen Männern meint sie ihn wiederzuerkennen. Die Furchen ist ein Roman über die vielen Schichten von Trauer, hinter denen sich Zweifel, Leugnung und Wut verbergen und einem noch größerem Gefühl Bahn brechen: Dem Wunsch, trotz allem, weiterleben zu können.  

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.01.2024

Nicht "was passiert ist", sondern "wie es sich anfühlt" liest Rezensentin Miriam Zeh in diesem Roman der sambisch-amerikanischen Autorin Namwali Serpell, der um die Protagonistin Cee kreist, deren Bruder gestorben ist. Dieser Tod, so Zeh, wird von mysteriösen Umständen geprägt und immer wieder anders erzählt, die Mutter kann den Tod ihres Sohnes nicht glauben. Fragmentarisch und surreal, auch durch die minutiöse Übersetzung von Asal Dardan, lernt die Kritikerin zwar nicht, was mit dem jungen Wayne passiert ist, kann sich aber gut in diesen "Kern menschlicher Empfindungen" versetzen, wie sie erklärt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2023

Rezensentin Melanie Mühl begibt sich mit Namwali Serpelis Roman tief in die Abgründe der Trauer: Die Protagonistin Cee verliert ihren Bruder Wayne im Kindesalter durch Ertrinken. Oder auch nicht - die verschiedenen Todesarten, die Cee schildert, lassen verschiedene Möglichkeiten zu, die Mutter glaubt, ihr Sohn könnte noch leben, resümiert Mühl. Für sie entsteht durch diese produktiven Verwirrungen vor allem ein tiefer Einblick in die Mechanismen von Trauer und die Schwierigkeiten, mit ihr zurechtzukommen. Der Wechsel der Erzählperspektive in der zweiten Romanhälfte ist für die Kritikerin zwar etwas störend, dennoch hat das Buch die große Kraft, sie als Leserin tief in die Trauer eintauchen zu lassen, wie sie schließt.

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