Aus dem Amerikanischen von Jochen Winter. Patrick und sein älterer Bruder Tom beginnen als junge Männer ein neues Leben in New York: Tom als erfolgreicher Naturwissenschaftler und Patrick als Journalist bei The New Yorker. Doch nur ein Jahr später stirbt Tom völlig unerwartet mit nur 26 Jahren. Um den Verlust und die Trauer um seinen Bruder zu verarbeiten, lässt Patrick sein früheres Leben hinter sich und arbeitet fortan zehn Jahre lang als Museumswächter im Metropolitan Museum of Art. Er beobachtet Tag für Tag die vielen Besucher des berühmten Museums und verarbeitet dadurch seine innere Leere. Durch die Schönheit der Kunstwerke findet er zu einem neuen Bewusstsein, durch die er seine Trauer bewältigt und schließlich Trost findet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.01.2024
Ein ungewöhnliches Buch hat Rezensent Günther Wessel da vor sich: Der Autor Patrick Bringley heuert nach dem Tod seines Bruders im New Yorker Metropolitan Museum of Art als Aufseher an und führt "mit der Kunst einen Dialog", der es ihm ermöglicht, seine Trauer zu überwinden. Mit Spannung und Freude liest Wessel von den Museumsmitarbeitern, die 80 Dollar jährlich für den Kauf von Socken erhalten, von Besuchern, die Objekte berühren oder für Ausstellungen von weit her kommen und lässt sich vor allem gerne vom Autor überzeugen, Kunst erst einmal anzunehmen, wirken zu lassen, bevor man darüber urteilt. "Ein Glücksfall", findet Wessel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2023
Nach dem Tod seines Bruders beschließt Patrick Bringsley seine journalistische Tätigkeit zu kündigen und Museumswärter im Metropolitan Museum zu werden - von seinen Beobachtungen, die nun vorliegen, ist Rezensentin Christine Brinck sehr angetan. Nicht nur kriege der Leser einen interessanten Einblick hinter die Kulissen eines der größten Museen der Welt, es sei Patrick Bringleys Art durch die Bereiche zu gehen und "Zwiesprache" mit den Objekten zu halten, lesen wir. So bewundert Bringley etwa, wie das Haupt der ägyptischen Königin Hatschepsut auf die vielen Besucherströme hinunterblickt. Oder er trauert einem Benin-Kunstwerk vorzeitig nach, welches zurück nach Benin-Stadt geschickt werden soll, resümiert Brinck. Während seiner Tätigkeit lernt Bringsley innezuhalten und wird zum "Cicerone in dem Riesenmuseum", schreibt Brinck. Wie man von der Kunst lernen kann, bringt Bringley hier auf den Punkt, lobt Brinck schließlich.
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