Gurlitts "Schatz" ist eine Kunstsammlung, die ob ihrer Größe beeindruckt. Über 1200 Werke der bildenden Kunst, das stolze Erbe seines Vaters Hildebrand Gurlitt, lagerte Cornelius Gurlitt in seiner Münchner Privatwohnung, als dieses Who's who der Kunstgeschichte entdeckt wurde - ein weiterer Fund in Salzburg folgte. Reißerische Schlagzeilen über den "Jahrhundertfund" von Raubkunst überschlugen sich. Doch was hat es mit dieser Sammlung und ihrer Herkunft tatsächlich auf sich? Wer war Hildebrand Gurlitt und welche Rolle spielte er während des Nationalsozialismus? War er Täter, Profiteur, gar Retter von Kunstwerken?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2016
Zwei Bücher mit fast identischem Titel erzählen die Geschichte von "Hitlers Kunsthändler" Hildebrand Gurlitt: das Buch der britischen Journalistin Catherine Hickley, und das Buch des Duos Nicola Kuhn und Meike Hoffmann. Leider gibt Voss wenig direkte Informationen über Hickleys Buch, das ihr wie das Buch der Konkurrentinnen nochmal dazu dient, die Geschichte von Gurlitt Vater und Gurlitt Sohn Revue passieren zu lassen. Faszinierend liest sich Voss' Rezension aus zwei Gründen, zum ersten weil immer klarer wird, dass man dem Sohn, Cornelius Gurlitt, Unrecht angetan hat, denn es gab offenbar kaum geraubte Werke in seinem Nachlass, im Nachhinein ist es vor allem die Politik der bayerischen Landesregierung, die fragwürdig scheint. Und zweitens, weil beide Bücher die Geschichte Hildebrand Gurlitts als geradezu roman- und filmreife Erzählung über einen ehemaligen Avantgardisten, der von der Diktatur vergiftet wird, zu präsentieren scheinen. Finster liest sich in Voss' Nacherzählung, wie sich Hildebrand Gurlitt an der Macht, die ihm unter Hitler zuwächst, berauscht, und wie er seinen Reichtum auch nach dem Krieg mit einem "Lügenpanzer" abschottet - vor allem vor den Nachfragen jüdischer Erben.
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