Aus dem Englischen von Cornelius Hartz. Im Römischen Reich war das religiöse Leben vielfältig - bis unter den ersten christlichen Kaisern alles anders wurde: Mit aller Macht versuchten die frühen Christen, Andersgläubige zu bekehren, und erwiesen sich dabei nicht nur als extrem intolerant, sondern auch als äußerst gewalttätig. Im ganzen Imperium zertrümmerten sie Tempel und Kultgegenstände, verbrannten Bücher, jagten Philosophen aus den Städten und verfolgten diejenigen, die weiter den alten Göttern opferten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2019
Roland Kany muss die Tatsachen in Catherine Nixeys Buch mit der Lupe suchen. Nixeys Behauptungen von Antiken-Vandalismus im Namen des Christentums grenzen für ihn an Lügen, ob es um Bildersturm in Palmyra oder Alexandria geht oder die "Literaturvernichtung" durch Christen im Fall des Philosophen Porphyrius. Außer Schauergeschichten und Falschmeldungen, die im Fall der Palimpseste laut Rezensent Vorgänge von Recycling übersehen, bietet der Band Kany wenig. Zu den Themen im Buch empfiehlt er daher den Griff zu Johannes Hahn, Wolfgang Speyer und anderen. Dort findet er, was er bei Nixey vermisst: Augenmaß, Fachkompetenz und Kontextualisierung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2019
Richtig sauer geworden ist Rezensent Stefan Rebenich, selbst Historiker, über dieses Buch. Empörend findet er, dass wesentlich differenziertere Studien zum frühen Christentum allesamt wenig oder gar nicht beachtet wurden. Ihm stößt auf, dass die Autorin weder die frühe Kirchenkritik von Rousseau und Voltaire noch die kluge, von Jan Assman angestoßene Diskussion jüngerer Zeit zum Monotheismus zur Kenntnis genommen hat. Und als gänzlich unzumutbar empfindet er ihre Parallelschaltung von Untaten islamistischer Gewalt mit den Zerstörungen durch frühe christliche Fanatiker. Das seien horrende Simplifizierungen, so sein Urteil, und er bedauert, dass die nötige Reflexion des ausgebreiteten Materials keinen Platz findet im Denken der Autorin. Offenbar habe sie sich selbst familiengeschichtlich von der Kirche befreien müssen, vermutet Rebenich, da Mutter und Vater eine ehemalige Nonne und ein ehemaliger Mönch seien. Packend geschrieben, aber gedankenarm, so seine Bilanz.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.07.2019
Rezensent Wolfgang Schneider reißt die Lektüre von Catherine Nixeys Buch mit. Den christlichen Bildersturm auf die Antike im 4. und 5. Jahrhundert kann ihm die Autorin anhand von Geschichten über vernichtete Bibliotheken und christliche Schlägertrupps eindrücklich vor Augen stellen. Schneider fühlt sich an die Taliban erinnert, wenn Niexey den Fanatismus früher Christen illustriert. Das Buch scheint ihm glänzend geschrieben, fakten- und quellensatt und meistenteils glaubwürdig, auch wenn die leidenschaftliche Polemik mitunter mit der Autorin durchgeht, wie Schneider einräumt.
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