Chaim Noll

Feuer

Roman
Cover: Feuer
Verbrecher Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783940426642
Gebunden, 377 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

"Feuer", Chaim Nolls neuester Roman, beschreibt eine Gruppe verschiedener Menschen, die nach einer Katastrophe zusammenfindet. Sie werden durch das Unglück nicht zusammengeschweißt, es gibt Missgunst, Hinterhältigkeiten, Drohungen. Dennoch müssen sie sich gemeinsam auf den Weg machen, um aus dem Katastrophengebiet herauszukommen, Rettung scheint nicht in Sicht, die Medien schweigen. Chaim Noll schildert den Weg dieser Gruppe durch eine Gefahrenzone, zugleich bietet ihm das Thema die Möglichkeit, unsere heutige Medienwelt und das Miteinander der Menschen zu hinterfragen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2011

Den nach Fukushima sich aufdrängenden Gegenwartsbezug hat der Katastrophen-Roman des aus der DDR stammenden, Mitte der 90er nach Israel übergesiedelten Chaim Noll gar nicht nötig, findet Wiebke Porombka nach reiflicher Überlegung schließlich. So richtig fremd und also erkenntnisfördernd jedoch, wie sie sich das wünscht, kann das postapokalyptische Szenario mitsamt seiner menschlichen Abgründe gar nicht werden. Bekannt, stereotyp sogar, wie Porombka meint, ist das Figurenensemble, sind die von Noll gezeichneten Züge des gleichgeschalteten Überwachungsstaates. Orwell und Huxley lassen schön grüßen. Moralität strahlt der Text für die Rezensentin dennoch aus. Für Porombka nicht die schlechteste Konstante beziehungsweise Signatur unserer Zeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.02.2011

Cornelia Fiedler hat Chaim Nolls apokalyptischer Thriller, in dem eine Gruppe von Überlebenden einer nicht genau benannten Katastrophe durch die verwüstete Welt irrt, berührt und beeindruckt. Die Rezensentin bewundert besonders den Ernst, mit dem der deutsch-israelische Autor sich der "existentiellen" gesellschaftlichen und humanitären Fragen annimmt, die sich aus der Situation ergeben. In wechselnden Perspektiven sucht so jeder Angehörige der Gruppe sich in der Ungewissheit zurecht zu finden, wobei schon bald "zivilisatorische Standards" ins Wanken geraten, erfahren wir. Quasi unter Laborbedingungen lässt Noll seine Überlebenden in atmosphärisch dichten Szenen die "Grenzen der Humanität" erkunden, so Fiedler beeindruckt, die derart eingenommen ist, dass sie die Passagen, die in ihren Augen zu langatmig geraten sind, dann auch nicht dem Autor, sondern der jeweiligen Protagonistenstimme anlastet.
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