Chantal-Fleur Sandjon

City of Trees

Roman (ab 14 Jahren)
Cover: City of Trees
Thienemann Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783522202879
Gebunden, 400 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Drei Jahre sind vergangen, seitdem Lindiwes Schwester Khanyi verschwunden ist. Im Wald am Stadtrand Berlins wurde Khanyi das letzte Mal gesehen, hierhin zieht es Lin immer wieder. Der Wald nimmt zunehmend Raum in ihrem Leben ein, Lin hat Blackouts und wacht unter Laubbergen auf, Moos beginnt auf ihrer Wange zu sprießen. Und sie hört immer häufiger die Stimme ihrer Schwester, wenn sie sich in der Natur verliert. Lin spürt, dass sie sich verändert, ohne es richtig greifen zu können - bis Unathi in ihr Leben tritt. Unathi, die junge Frau, die mit Lins Großmutter aus Südafrika zu Besuch kommt. Unathi, die schon länger ähnliche Veränderungen an sich selbst bemerkt. Unathi, deren Nähe Lin Wurzeln schenkt und nach der Weite des Himmels greifen lässt. Gemeinsam lüften die beiden das Geheimnis des Waldes und kommen Kahnyis Schicksal auf die Spur. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.08.2024

Chantal-Fleur Sandjons "City of Trees" ist kein leichter Schmöker für dösige Stunden, erklärt Rezensentin Christine Knödler, sondern ein mutiges Buch, auf das man sich "einlassen" muss, eine Herausforderung. Knüpft die Autorin doch nicht einfach an an klassische Erzählkonventionen, sondern findet ihre ganze eigene Sprache und Erzählweise - Immer wieder etwa verbindet sie ihre Prosa mit Poesie: da sind etwa die Gedichte der Protagonistin Lin, deren Schwester verschwunden ist, aber es gibt auch noch eine andere Poesie - "die Sprache der Bäume" vermutet Knödler. Die Pflanzen, der Wald, die Natur sind hier nämlich nicht nur Kulisse für menschliches Handeln, nicht nur "Umwelt", sondern werden in gewisser Weise aktiv, nehmen Lin unter sich auf, sie beginnt sich zu verwandeln, Moos wächst auf ihrem Körper - eine Grenzauflösung, so bezeichnet Knödler die Verwandlung  - zwischen Mensch und Natur, aber auch zwischen Realismus und Magischem Realismus. Überhaupt geht es hier immer wieder um Grenzen, um den Freiraum dazwischen, und die Sehnsucht, die sich in der Auflösung äußert: Die Sehnsucht nach Versöhnung, so die berührte Rezensentin.

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