Charles Joseph de Ligne

Gedanken und Fragmente

Cover: Gedanken und Fragmente
Manutius Verlag, Heidelberg 2007
ISBN 9783934877580
Gebunden, 111 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Die Gedanken und Fragmente des Fürsten Charles Joseph de Ligne (1735-1814) vermitteln die Kunst des Beiläufigen. Der Reiz der Unmittelbarkeit, den die historische Distanz kaum mindert, legt den Eindruck nahe, daß der Geist nicht immer weht, wo er will, sondern oft dort, wo die Thermik der Salons ihn begünstigt. De Ligne war sich bewusst, dass er die Fülle seiner Einfälle und Beobachtungen nicht nur seiner Begabung, sondern auch seinem gesellschaftlichen Stand und Milieu verdankte, den Höfen und Palästen, an und in denen er lebte, den Briefen, die er wechselte, den Bekanntschaften, die er schloss, den Dialogen, die er führte. Geist beruft sich nicht auf die Einsamkeit, er entfaltet sich in der Geselligkeit, er steht hier nicht gegen Tradition, er definiert sich durch sie. Zeugnis einer untergegangenen Welt, zeigen seine Bemerkungen, dass die Vorstellung, das Vergangene habe, da zu Recht vergangen, der Gegenwart nichts zu sagen, täuschen kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2008

Ursula Pia Jauch begrüßt diesen von Michael Rumpf herausgegeben Band mit "Gedanken und Fragmenten" des belgischen Diplomaten und Schriftstellers Charles Joseph Fürst de Ligne (1735-1814). Sie würdigt den Autor als eleganten, vielseitig begabten Mann der Aufklärung, als Vielschreiber und Spötter. Wie kaum einen anderen Schriftsteller gelang es dem Fürst de Ligne ihres Erachtens, den "exzentrischen Geist des Ancien Regime so eindringlich im Kammerton des Beiläufigen" zu fassen. In der vorliegenden Sammlung von Notaten findet sie zudem zahlreiche Bemerkungen über das menschliche Wesen, die ihr nach wie vor aktuell erscheinen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2008

Mit diesem Band mit gesammelten "Gedanken und Fragmenten" lässt sich der 1735 geborene Charles Joseph Fürst vielleicht besser und müheloser kennen lernen als durch so manche Biografie, meint Jens Bisky sehr eingenommen. Denn die Standpunkte und Beobachtungen Lignes, der den Ruf eines großartigen Liebhabers hatte und mit den wichtigsten Protagonisten der Epoche Umgang pflegte, zeigen einen liebenswürdigen und dabei scharfsinnigen Charakter, so der Rezensent, dem insbesondere die "Leichtigkeit", mit der Ligne auch Widersprüchliches und unangenehme Wahrheiten äußern konnte, gefallen hat.
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