Aus dem Französischen von Andreas Löhrer. In Niederlassungen westlicher Konzerne in China werden Millionen von Textilien, Schuhen, Spielzeugen, Haushaltsgeräten etc. für den Export in den Westen produziert ? unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die konzentrierte Fabrik im China von heute umfasst die Produktionsstätte, das Lager und die von bewaffneten Wärtern bewachte Unterkunft der Arbeiter. Die Arbeitszeit beträgt oft mehr als 100 Stunden pro Woche. Versuche, einen Streik zu organisieren oder Forderungen nach humaneren Arbeitsbedingungen vorzubringen, werden sofort brutal niedergeschlagen. Die Autoren sind zwei Jahre lang durch China gereist. Ihre Solidarität gehört denen, die sich gegen den Einbruch des wilden Kapitalismus, gegen die Zwangsproletarisierung und die Zerstörung der traditionellen sozialen Bindungen gewehrt haben.
Lobenswert findet Rezensent Sven Hansen den Ansatz der in Frankreich lebenden Autoren, die "Verlierer der Wirtschaftsreformen" im heutigen China zu Wort kommen zu lassen. Ein notwendiger Kontrast zu den vielen "euphorischen und wachstumsorientierten Berichten", wie er findet. In Interviews berichten Arbeiter über sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und die brutale Niederschlagung der Streiks. Als "unmenschlich" wird die "bürokratische Diktatur" im Kampf um eine boomende Wirtschaft beschrieben. Als "Ärgernis" und "wenig hilfreich" allerdings empfindet der Rezensent "platte Analysen" und "altlinkes Politikkauderwelsch", das die Lösung in der Abschaffung des Privateigentums und der weltweiten Arbeiterrevolution sehe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.09.2001
Charles Reeve und Xi Xuanwu haben in ihrem Buch "den Einbruch des wilden Kapitalismus" in China festgestellt. Sie haben in ihrem Buch Gespräche mit Chinesen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten zusammengetragen, die zwar kein sensationell neues Bild ergeben, aber eine "notwendige Ergänzung" darstelle, die gegen eine Verklärung der Volksrepublik immunisiere, wie Karl Grobe findet. Man erfahre aus den Gesprächen, dass die Erhöhung der Produktivität "vor allem mit Hilfe der brutalsten Form der Ausbeutung und der Arbeitskraft durchgeführt" wird. Die Informanten - "darunter im Exil lebende Arbeiter und politisch bestrafte ehemalige Staatsbedienstete "- sind Opfer der Entwicklung seit Beginn der Öffnungspolitik, so der Rezensent.
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