Amrei Bahr, Kerstin Eichhorn, Sebastian Kubon

#IchBinHanna

Prekäre Wissenschaft in Deutschland
Cover: #IchBinHanna
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783518029756
Kartoniert, 144 Seiten, 13,00 EUR

Klappentext

Seit 2007 prekarisiert das Wissenschaftszeitvertragsgesetz Arbeitsbedingungen und Berufsaussichten des akademischen Mittelbaus: Das Gros der Wissenschaftler:innen hangelt sich von einem befristeten Job zum nächsten, und wer nach zwölf Jahren keine feste Stelle hat, fällt endgültig aus dem System heraus. Als 2021 ein Video des Forschungsministeriums in den Fokus gerät, in dem am Beispiel der fiktiven Biologin "Hanna" die vermeintlichen Vorzüge des Gesetzes gepriesen werden, lancieren Amrei Bahr, Kristin Eichhorn und Sebastian Kubon den Hashtag #IchBinHanna. Binnen weniger Stunden machen zahllose Wissenschaftler:innen ihrem Ärger Luft. Sie schildern die Auswirkungen der Prekarität auf ihr Leben, berichten von Überlastung und Depressionen. In ihrer Streitschrift legen die Initiator:innen dar, welche Folgen das "WissZeitVG" für Forschende und Studierende, aber auch für den Wissenschaftsstandort Deutschland und unsere Gesellschaft insgesamt hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2022

Rezensent Gerald Wagner stellt enttäuscht fest, dass die Streitschrift von Amrei Bahr, Kristin Eichhorn und Sebastian Kubon zum Thema Wissenschaftsvertragsgesetz zur Diskussion kaum etwas beiträgt. Wenn die Autoren den Trend zur Prekarisierung im Wissenschaftsbetrieb mit einem Zitat einer Abgeordneten der Linkspartei belegen, findet Wagner das mehr als dürftig. Richtig nervig findet er den "schrillen" Ton des Buches und die fatale Neigung der Autoren zur "selbstgefälligen Übertreibung". Das macht selbst die begründete Kritik und die vernünftigen Vorschläge für eine Reform des Gesetzes, die sich laut Rezensent im Band finden, irgendwie "schaurig", findet Wagner.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.03.2022

Rezensent Johan Schloemann empfiehlt das Buch von Amrei Bahr, Kristin Eichhorn und Sebastian Kubon, das die Twitter-Bewegung unter dem Hashtag #IchBinHanna bündelt und die Misere von Jungakademikern zwischen befristeten Stellen und Exzellenzgelder-Akquise beschreibt, allen, die mit einem Wissenschaftsstudium liebäugeln. Das Buch besticht laut Schloemann durch eine kluge Balance zwischen Genauigkeit und Streitbarkeit, es identifiziert die Gründe für die Misere an den Hochschulen und dokumentiert die Proteste gegen das Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Schloemann erkennt: Die angesprochenen Probleme wurzeln tief.

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