Aus dem Amerikanischen von Wiebke Meier und Michael Krüger. Charles Simic ist ein großer Chronist des Menschseins. Seine Dichtung ist einzigartig in ihrer Verbindung von Witz und Melancholie, ihrer tiefen Empathie, die selbst der Fliege gilt: "In einem Palast solltest du leben wie ein König / Und nicht auf meiner Küchenwand zittern." Geboren in einem Land, das es nicht mehr gibt, hat es den Dichter im Leben herumgetrieben und er lernte die Gerechtigkeit als "eine blinde Dame" kennen. Was er dabei nie verloren hat, ist die Lust durch die Straßen zu streifen, um das gewöhnliche Leben zu beobachten. Jedes Bild ist ein "kleines Universum für sich". Dieser Band versammelt Simics schönste Gedichte der letzten Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2023
Charles Simic war ein Meister der Induktion, schwärmt Rezensent Tobias Lehmkuhl. Von den letzten Gedichten des vorgestern verstorbenen Amerikaners gefällt ihm besonders der poetische Vergleich zwischen einer Fliege und den Menschen, die von einem Skyscraper aus betrachtet werden. Aber nicht nur die großen Bilder auf kleinem Raum (die für Lehmkuhl in diesem Band Simics Ahnung seines Ende besonders spüren lassen), sondern auch die Musikalität der Sprache rühren den Rezensenten - um einschränkend darauf hinzuweisen, dass die Übersetzung von Lyrik immer eine Gratwanderung ist: Entweder wird zu viel oder zu wenig des Guten getan. Mit einigem Verständnis für die beiden Übersetzer bedauert Lehmkuhl, dass in diesem Fall oft "zu dick aufgetragen" wurde.
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