"Life into Archive" - das Leben archivieren, und zwar in einem Archiv, in dem Wissenschaft und Gelehrsamkeit, Zeitgenossenschaft und Alltagsfunde, internationale Beziehungen innerhalb und ausserhalb der Kunstgeschichte, historische, philologische und kunsthistorische Forschung gleichermaßen ihren Platz haben: Unter diesem Motto könnte der Nachlass von William S. Heckscher (1904-1999) stehen. Das 2001 aus Princeton nach Hamburg ins Warburg-Haus verschiffte Archiv des gebürtigen Hamburgers, der bei Erwin Panofsky in den frühen dreissiger Jahren studiert hatte und der seinem Mentor lebenslang in Verehrung verbunden blieb, dokumentiert als Ganzes und im Einzelnen ein Leben zwischen Europa und Amerika, die Herkunft aus der Hamburger Schule der Kunstgeschichte , die Verbindungen zu denen, die, wie er selbst, ins Exil vertrieben waren, etwa H. W. Janson, und ein aktives, insbesondere der ikonologischen Forschung verpflichtetes Gelehrtenleben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2008
Schon mit dem hübsch doppelsinnigen Titel haben die Autorinnen dieses Buches die Rezensentin Christine Tauber für sich gewonnen. Und dass sich das Sujet dieser Gelehrtenbiografie auch noch als so sympathisch erweist, hat Tauber dann endgültig überzeugt. In heiter-ironischen Selbstzeugnissen wird hier der Kunsthistoriker Siegfried Heckscher dargestellt, dessen Lebensweg ebenso unkonventionell wie sein wissenschaftliches Arbeiten war: Auf 110 Kisten war Heckschers immenses - und durchaus geordnetes - Archiv aus kunsthistorischen Notaten und "alltagsikonografischen Trouvaillen" angewachsen, aus dem Charlotte Schoell-Glass und Elizabeth Sears nun dieses Mosaik zusammengefügt haben. Rezensentin Tauber fühlt sich angespornt, gleich das ganze Archiv zu durchstöbern.
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