Erwin Panofsky

Erwin Panofsky: Korrespondenz 1962 bis 1968

Eine kommentierte Auswahl
Cover: Erwin Panofsky: Korrespondenz 1962 bis 1968
Harrassowitz Verlag, Wiedbaden 2011
ISBN 9783447062770
Gebunden, 1466 Seiten, 180,00 EUR

Klappentext

Panofskys Korrespondenz ist der unbekannte Teil seines Ouvres. Aus einer Sammlung von ca. 27.000 Briefen hat Dieter Wuttke in 22-jähriger, kulturwissenschaftlich fundierter Forschungsarbeit eine Auswahl von über 3800 Briefen getroffen, die das Leben und Schaffen Panofskys widerspiegelt. Mit Band V und 852 neuen Texten kommt das Projekt an sein Ende. Der Einstein der Kunstgeschichte zeigt zwischen 1962 und dem Beginn seiner Krankheit zum Tode Mitte Dezember 1967 trotz zunehmender Altersbeschwerden und nagender Selbstzweifel eine weiterhin erstaunliche Schaffenskraft und Agilität. Er verfasst zahlreiche Aufsätze, nimmt Vortragseinladungen an, berät nimmermüde junge und alte Kolleginnen und Kollegen und bereitet sein letztes großes Werk "Problems in Titian. Mostly Iconographic" vor. "Saturn and Melancholy", eines der Kultbücher des 20. Jahrhunderts, das Panofsky bis 1938 am nachhaltigsten gefördert hatte, erblickt 1964 endlich das Licht der Öffentlichkeit.
Doch sind dies auch Jahre schwerer Erschütterungen. Politisch werfen die Kuba-Krise und die Ermordung John F. Kennedys Schatten auf sein Leben, persönlich belastet ihn eine zunehmende Vereinsamung: erst der Verlust enger Freunde, dann besonders der Tod seiner Frau Dora.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2011

Bei Kunsthistoriker Wolfgang Kemp werden angesichts des fünften Korrespondenz-Bandes mit Briefen von Erwin Panofsky Erinnerungen an seine Studentenzeit und den Deutschlandbesuch des 1933 zur Emigration gezwungenen Gelehrten wach. "Alt" ist der Meister der Kunstgeschichte geworden, fällt Kemp anhand der Briefe auf, und er attestiert Panofsky eine gewisse Altersmilde und ein Wohlwollen, das dem jüngeren Briefschreiber noch abging. Bei aller gebotenen Würdigung der kunsthistorischen Verdienste kann sich der Rezensent allerdings einer gewissen Gereiztheit angesichts 1466 Seiten Korrespondenz nicht erwehren. Ob man beispielsweise wirklich die vielen Antwortbriefe, die Panofsky für eingesandte Arbeiten von jungen aufstrebenden Kollegen schrieb, lesen muss, fragt sich Kemp zweifelnd. Er zählt den späten Panofsky nicht zu den wirklich großen Briefschreibern, das wird deutlich. Aber dennoch lobt er das fünfbändige Werk insgesamt als informativ und materialreich. Und mitunter finden sich auch im letzten Band Briefe vom Format seiner früheren Äußerungen, danach muss man allerdings "suchen", gibt der Rezensent zu.

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