Aus dem Flämischen von Ira Wilhelm. Chika Unigwe erzählt das Schicksal von vier nigerianischen Frauen, die ins Paradies wollen und als Prostituierte in einem europäischen Rotlichtviertel landen. Und sich dort durch ein großes Unglück unverhofft näherkommen. Sisi, Ama, Efe und Joyce sind jung und wissen nicht weiter. In der Hoffnung auf ein besseres Leben lassen sie sich nach Europa schleusen. Dort verkaufen sie Abend für Abend ihre Körper. Unter der harschen Aufsicht einer Zuhälterin teilen sie eine Wohnung, und jede versucht, angesichts der täglichen Demütigungen ihre Würde zu wahren. Als Sisi, die Verschlossenste unter ihnen, ermordet wird, beginnen die übrigen einander ihr Leben zu erzählen. Eine bewegende Geschichte über die Verheißungen Europas, verlorene Illusionen und den Trotz der Selbstachtung. Lebendig und direkt, durchdrungen von der vitalen Kraft afrikanischer Erzähltraditionen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2011
Kathleen Hildebrand würdigt Chika Unigwes Roman um vier illegale Immigrantinnen, die in Antwerpen als Prostituierte arbeiten, als beeindruckende Gratwanderung zwischen "Literatur und Dokumentation". Die selbst aus Nigeria stammende promovierte Literaturwissenschaftlerin war zu Recherchezwecken als vermeintliche Prostituierte monatelang im Antwerpener Rotlichtviertel unterwegs und daraus ist ein Roman entstanden, der sehr authentisch ohne Sentimentalität oder Klischees vom harten Alltag dieser Frauen berichtet, so die Rezensentin. Sie zeigt sich auch von der Klarheit und der Direktheit des Stils sehr angetan, der "reflexhaftes Mitleid" genauso wie "Voyeurismus" wirkungsvoll unterbindet, wie Hildebrand lobt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2011
Kurz, aber recht enthusiastisch fällt Irene Binals Kritik dieses Romans aus. Um vier Frauen geht es, die alle aus dem subsaharischen Afrika nach Amsterdam kommen und dort im Rotlichtviertel leben und als Prostituierte arbeiten. Eine von ihnen, Chisom, wird ermordet, und diese Tat wird zum Ausgangspunkt dieses Buchs. Es ist freilich kein Kriminalroman, sondern das "fast dokumentarische" Porträt dieser Frauen und ihrer Schicksale. Sichtlich beeindruckt ist die Rezensentin von der Würde, die Unigwe ihren Figuren gibt, ebenso aber vom erzählerischen Geschick der Autorin.
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