Chris Anderson

Makers

Das Internet der Dinge: die nächste industrielle Revolution
Cover: Makers
Carl Hanser Verlag, München 2013
ISBN 9783446434820
Gebunden, 286 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Sigrid Schmid. Alle können heute im Internet selbst kommunizieren, publizieren und sich informieren. Doch die eigentliche Revolution steht uns erst noch bevor: das "Internet der Dinge". Mit wenig Aufwand und zu geringen Kosten kann jeder selbst Produkte designen und fertigen - Schmuck und Modellbauteile, Werkzeuge, Haushaltsgegenstände und vieles mehr. Wer eine schlaue Produktidee hat, kann etablierten Herstellern Konkurrenz machen, die Macht der Markenunternehmen wird gebrochen. Chris Anderson stellt in seinem neuen Buch den vielleicht faszinierendsten Megatrend vor, der unsere Welt von Grund auf verändern wird: den Trend zur Eigenproduktion.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.03.2013

Die Garage ist ein Mythos der jüngeren Geschichte, lernt Christian Schlüter als allererstes aus Chris Andersons Buch über die Potenziale von 3D-Druckern und Open-Source-Netzwerken: Aus der Garage kamen Bill Gates und Steve Jobs, Rock und Punk, nicht zuletzt der Straßenflohmarkt und in absehbarer Zeit auch die 3D-Drucker-Revolution, der Anderson das Potenzial zuspricht, den Industriekapitalismus wieder geschmeidig zu machen und "das post-industrielle Dienstleistungsproletariat ins Unermessliche" wachsen zu lassen. Doch Schlüter bleibt äußerst skeptisch: Er sieht vor allem ein neues Zeitalter prekärer Beschäftigungsverhältnisse und der Selbstausbeutung heraufdämmern. Andersons Internet-Erlösungstheologie sei "naiv" bis "grob fahrlässig": Das Netz sei kein utopisch hierarchiebefreiter, sondern ein von zahlreichen Privatinteressen besetzter Raum, warnt der Rezensent mit erhobenem Zeigefinger.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.02.2013

Chris Anderson schreibt in seinem Buch "Makers" über die Möglichkeiten des dreidimensionalen Druckens, berichtet Maximilian Probst. 3D-Printer sollen individuellen Haushalten ermöglichen, zu winzigen Produktionsstätten zu werden, die hoch individualisierte Produkte einem Markt anbieten, der Individualismus fordert - so ungefähr stellt Anderson sich die "neue industrielle Revolution" des Kapitalismus vor, fasst der Rezensent zusammen. Indem diese Drucker nach digitalem Muster schnell trocknende Harze oder Kunststoffe in feinen Schichten übereinander auftragen, entsteht ein dreidimensionaler Gegenstand, erklärt er. "Wir sind jetzt alle Designer", rufe der Autor deshalb euphorisch aus. Hinter Andersons Ideen erkennt Probst eine Mischung aus "Neoliberalismus und apolitischer Technikgläubigkeit", die ihm sichtlich gegen den Strich geht. Statt durch vereinzelnde Selbständigkeit vermutlich nur den nächsten Schritt ins Präkariat und in die Existenzangst zu machen, fände der Rezensent ein anderes Aufgreifen der neuen Technik wünschenswert. Weniger Arbeit wäre angebracht, nicht mehr, findet er. Mit dem Sozialphilosophen Frithjof Bergman weist der Rezensent einen Verbündeten in dieser Sache aus. Probst wundert sich allerdings nicht, dass der bei Anderson unerwähnt bleibt.

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