Aus dem Niederländischen von Birgit Erdmann. Chris de Stoop verbrachte seine Kindheit auf dem Bauernhof. Er liebte das Herumstromern mit seinem Bruder, den Geruch in den Ställen. Als sein Bruder den Hof übernahm, zog es ihn in die Ferne. Als Journalist war er in der ganzen Welt unterwegs. Doch als sein Bruder stirbt, kehrt er zurück auf den elterlichen Hof. Schmerzlich realisiert er, wie die Welt seiner Kindheit immer mehr verdrängt wurde und ein Leben als Bauer nicht mehr möglich ist. Einfühlsam stellt er diesen Verlust dar, indem er erzählerisch gekonnt zwischen seinen farbigen Erinnerungen und der harten Realität von Zwangsenteignung und Umsiedlung wechselt. Eine ebenso persönliche wie berührende Geschichte von der Sehnsucht nach einem Leben auf dem Land und dem europaweiten Verschwinden kultivierter Landschaften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
Rezensent Hannes Hintermeier gefällt die Eindringlichkeit, mit der Chris de Stoop in seinem Buch die Geschichte des Bauernsterbens anhand seiner eigenen Familiengeschichte erzählt und schließlich ganz unsentimental die Frage stellt, wieso das nicht als soziale Tragödie wahrgenommen wird. Auch wenn de Stoops aktuelle, nüchtern gefasste Erzählung von seiner Rückkehr auf den elterlichen Hof und seinem Versuch, die bäuerliche Kultur und Freiheit gegen Angriffe durch Kompensationsmaßnahmen zu erhalten, laut Rezensent die Gefahr birgt, einseitig zu sein, findet Hintermeier das Buch dennoch lesens- und bedenkenswert.
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