In Fehrdorf scheinen alle zu wissen, wo sie hingehören. Nur Ingo und Lara, die mit den Kindern von der Großstadt aufs holsteinische Dorf gezogen sind, haben Schwierigkeiten. Vor allem Ingo strapaziert die Pendelei zu seinem Start-up nach Hamburg. Als er eines Abends eine weiße Hirschkuh anfährt, bringt das die gesamte Dorfgemeinschaft aus dem Gleichgewicht. Denn wer so eine tötet, heißt es, hat nur noch ein Jahr zu leben. Und plötzlich fragen sich auch der Dorfjäger, die Vorzeige-Landfrau und die Überbleibsel einer Öko-WG, ob sie das Landleben wirklich glücklich macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2025
Vom Hocker gehauen hat dieses Buch die Rezensentin Katharina Teutsch nicht, gern gelesen hat sie es aber. Martina Behm erzählt darin von einem Paar - Ingo und Lara -, das mitsamt der Kinder in ein Dorf nahe Hamburg zieht. Ingo pendelt nach wie vor in die Stadt, Lara muss sich um Familie und Haus kümmern, für sie heißt es fortan: "Pinke Clogs, verschlissene Gartenkluft". Abwechslung kommt in den zunächst drögen Dorfalltag, als Ingo des nachts eine Hirschkuh mit dem Auto anfährt - denn im Dorf kursiert das Gerücht, dass jemand, der eine Hirschkuh tötet, nur noch ein Jahr zu leben hat. Dadurch gerät einiges ins Rollen, natürlich haben auch die Dorfbewohner alle nicht ganz perfekte idyllische Leben, verrät Teutsch: heimliche Bordellbesuche, Burnout, Krebserkrankungen kommen nach und nach ans Licht. Die großen Skandale bleiben allerdings aus, meint die Kritikerin, Behm hat dieses Landleben dann doch ein wenig harmlos konstruiert, aber Teutsch gefällt an diesem genau beobachteten Rundgang durch ländliche Befindlichkeiten insgesamt gerade die unaufgeregte Alltäglichkeit gut.
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