Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004
Hocherfreut zeigt sich Alex Rühle von Christian Egers "großartigem Essay" gegen die "DDR-Erinnerungsmaschine". Wie der Autor hat er die Nase voll von all den Ostalgie-Shows, Ostzonenkindbiografien und Filmen, die die DDR zum nostalgischen Eck verklären. "Ostalgie bezeichnet die Sehnsucht nach einer DDR, wie sie hätte sein können, wenn sie nicht die DDR gewesen wäre", zitiert Rühle den Autor. Diesem gelinge es, im hin und her zwischen Reflexion und persönlicher Erinnerung die offiziellen Wahrheiten über die DDR, die Montagsdemos und den Mauerfall zu zerbröckeln. Rühle hebt insbesondere die literarische Qualität des Essay hervor, der sich durch seine dichten knappen Szenen auszeichne. Fazit des Rezensenten: ein "Miniaturen- und Ideenbuch, dessen Skizzen so genau sind im Strich, so aphoristisch prägnant, dass man einzelne Sätze wie Kiesel in die Tasche stecken möchte, um lange daran herumzufühlen".
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