Christian Graf von Krockow hat sie noch erlebt - jene längst untergegangene Zeit im alten Pommern und Preußen, die von feudalen Strukturen geprägt war: Die Menschen arbeiteten für die »Herrschaft«, und der Gutsherr sorgte für »seine« Leute. Krockow vesteht es, vor dem Leser jenes Land im Osten des damaligen Deutschland wiedererstehen zu lassen. In seinen Erzählungen werden die Menschen, die Sitten und Gebräuche, die Traditionen und die Lebensweise jener agrarischen Gesellschaft noch einmal - vielleicht zum letztenmal - lebendig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.05.2000
Nacherzählend und mit amüsierter Aufmerksamkeit für die Beschreibung seines Daseins als "freiberuflich arbeitenden Schriftsteller und Journalisten" stellt Esther Knorr-Anders die Erinnerungen von Krockows vor: seine Kindheit in preußisch-protestantischem, standesbewusstem Milieu eines ostpreußischen Dorfes, die langsam entstehende Ahnung von der Überholtheit dieser Lebensform, seine akademische Zeit in Frankfurt während der sechziger Jahre und schließlich die Existenz als "hilfloser Sklave" der journalistischen "Augenblicksproduktionen". Allerdings setzt die Rezensentin ein wenig zu sehr die Kenntnis seiner Bücher voraus und wendet viel Fleiß auf für eher biedere Reflexionen von Krockow á la "Das christliche Zeitalter neigt sich ebenso seinem Ende entgegen wie die bürgerliche Epoche." Das christliche Zeitalter?
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