Christian Oster

Meine Putzfrau

Ansichten und Erinnerungen
Cover: Meine Putzfrau
Eichborn Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783821807096
Gebunden, 200 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Lis Künzli. Fast sechs Monate hat Jacques vergeblich auf die Rückkehr von Constance gewartet. Als die Erinnerung an die Frau, die er geliebt hat, verblaßt und der Staub in seiner Wohnung überhand nimmt, beschließt er, daß es Zeit ist, sich eine Putzfrau zu nehmen. Schnell hat er sich mit der zurückhaltenden, aber charmanten Laura geeinigt - sie kommt montags, wenn er arbeitet und nicht zu Hause ist. Bald kommt Laura auch an einem zweiten Tag, wenn er nicht arbeitet und sehr wohl zu Hause ist. Mit Wohlgefallen genießt Jacques das gegenseitige Einvernehmen, das nicht viel Worte braucht, tadelt ihren überstürzten Einzug in seine Wohnung mit koketter Nonchalance und erfüllt Lauras Verlangen nach Sex so selbstverständlich wie ein langjähriger Liebhaber. Alles scheint perfekt - bis eines Tages Constance wieder vor der Wohnungstür steht ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.05.2003

Carsten Hueck hat mit "Meine Putzfrau" von Christian Oster einen vergnüglichen Roman gelesen, der dem Genre "sachliche Romanze" gehorcht. Jacques, die Hauptfigur aus "Meine Putzfrau", legt sich nach dem Scheitern seiner letzten Beziehung eine Putzfrau zu, die sein Bedürfnis nach Struktur und Ordnung sichert und aus rein sachlichen Gründen für eine Zeit bei ihm einzieht. Oster, so Hueck amüsiert, lasse die Liebesbeziehung dort beginnen, wo sie bei anderen aufhört: im Alltag, ohne Passion. Natürlich entwickelt sich doch eines Tages eine heftige Affäre daraus - aber stets käme bei Oster alles anders, als er denke, gesteht Hueck. Jacques sei ein tragikomischer Ich-Erzähler, originell, sympathisch, melancholisch und desillusioniert, darüberhinaus typisch für den minimalistischen Stil der Autoren des "nouveau" Nouveau Roman, deren Handlung stets banal und absurd zugleich sei.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2003

Christian Osters Roman um einen Schwerenöter, der sich, gleich nachdem seine Freundin ihn verlassen hat, eine Putzfrau ins Haus holt, mit ihr ein Verhältnis Eingeht, und sie fortan am beim Arbeiten beobachtet, ist nach Ansicht von Rezensent Thomas Laux vollkommen misslungen. Kurz und knackig fertigt Laux "Meine Putzfrau" ab: "Eine originelle Geschichte? Mitnichten. Interessante Charaktere? Fehlanzeige. Schön oder witzig erzählt? Auch nicht. Im Gegenteil." Die Diktion findet Laux umständlich, die Dialoge langweilig. Oster sei auch kein "Bove in Dur", wie einmal höchst schmeichelhaft behauptet worden sei. Ähnlichkeiten sieht der Rezensent vielmehr mit Dieter Bohlen, der plötzlich den Drang verspüre, mit verwurstelten Banalitäten die ganze "Wahrheit" über eine ihm nahestehende Person auszuplappern.
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