Christian Schwarz-Schilling war zehn Jahre lang Minister in der Regierung Helmut Kohl. 1992 trat er aus Protest zurück, da die Bundesregierung nicht aktiv gegen die Gräueltaten in den Jugoslawienkriegen vorging. Seitdem widmet er sich leidenschaftlich der Befriedung und dem Wiederaufbau auf dem Balkan, insbesondere in Bosnien-Herzegowina. In diesem Buch beschreibt er seine Erlebnisse bei dieser Friedensarbeit und liefert zugleich eine scharfsinnige Analyse der deutschen Außen- und Menschenrechtspolitik. 25 Jahre nach dem Friedensabkommen von Dayton zieht Christian Schwarz-Schilling auch Lehren für die Gegenwart. Denn wieder agieren wir nur zögerlich bei der Befriedung brutaler Kriege, noch immer behandeln wir den Balkan nicht mit der angemessenen Aufmerksamkeit und laufen so Gefahr, ihn für Europa zu verlieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2021
Rezensent Michael Martens schätzt die Offenheit, mit der Helmut Kohls früherer Postminister Christian Schwarz-Schilling auf sein politisches Leben zurückblickt. Vor allem der Teil der Memoiren, der sich mit Deutschlands Rolle während des Bosnien-Kriegs befasst, scheint Martens lesenswert wegen der ausgewerteten bislang unveröffentlichten Quellen aus dem Archiv des Autors und wegen seiner ungeschönten, genauen Darlegung der damaligen Kohl-Politik und der Haltung der FDP. Dass der Autor hier auch die Versäumnisse Frankreichs und Großbritanniens erwähnt, findet Martens gerecht. Dagegen scheint ihm der zweite Teil des Buches mit seinen vielen Abkürzungen und dem diplomatischen Spezialwissen etwas abzufallen.
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