Unter Mitarbeit von Alexander Rausch, Elisabeth Bauer und Victoria Kartashova. Im Enzyklopädieprojekt Wikipedia kooperieren hunderttausende Menschen; sie kommen mit einem minimalen Aufwand an Koordination aus. Das Ergebnis ist ein öffentliches Gut, das oft sogar traditionellen Nachschlagewerken überlegen ist. Klassische Theorien der Kooperation, wie Eigennutz oder Zusammenhalt durch starke gemeinsame Werte, versagen bei der Erklärung, warum sich so viele Menschen an Wikipedia beteiligen. Diesem Rätsel der Kooperation ist das Buch auf der Spur. Vor allem durch netzwerkanalytische Betrachtungen wird gezeigt, dass sich das Engagement durch eine Verortung im positionalen System reguliert. Folge davon ist nicht nur, dass einige Teilnehmer sehr viel Zeit mit der Mitarbeit an Wikipedia verbringen; ohne es zu wollen, wird hierdurch auch ein großer Teil potenzieller Helfer ausgeschlossen. Die neuen Erklärungen für Freiwilligenarbeit sind auch in anderen Bereichen des bürgerschaftlichen Engagements von Bedeutung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2009
Erhellend findet Rezensent Thomas Thiel diese Studie über Wikipedia von Christian Stegbauer. Er hebt den Wandel des Leitbilds der Online-Enzyklopädie hervor, den der Soziologe auf empirischer Basis untersucht. Deutlich wird für ihn ein tiefgreifender Stukturwandel des Lexikons, das als Musterbeispiel einer empanzipativen und antikommerziellen Gesellschaftsidee galt. In der Praxis sieht Thiel das Projekt immer weniger durch Begriffe wie Schwarmintelligenz oder Graswurzeldemokratie treffend beschrieben. So zeigt Stegbauer in seinen Augen überzeugend die Übernahme der Führung durch eine Gruppe besonders motivierter und leistungsstarker Mitarbeiter auf. Aus "soziologischer Sicht" scheine es freilich wenig überraschend, dass sich bei zunehmender Komplexität eines Gebildes wie Wikipedia Führungseliten herausbilden.
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