Wo immer man hinblickt - kein anderes Thema hat die politischen Auseinandersetzungen des globalen Nordens in den letzten Jahrzehnten so beherrscht wie Flucht und Migration. Doch anstatt schlüssige Gesetze und Verordnungen zu erlassen und umzusetzen, anstatt sich auf die Würde des Menschen auch über Staatsgrenzen hinweg zu besinnen, werden radikale Forderungen nach Verschärfung des Asylrechts, nach Abschiebung und Abschottung laut, werden stark normierte Strategien der Exklusion, Selektion und "Lagerung" implementiert. Welchen Kalkülen aber folgen Camps, Mauern, Flüchtlingsunterkünfte und Grenzsicherungsanlagen? Wer schlägt Profit daraus? Und vor allem: Wer schafft die Strukturen und Rahmenbedingungen, die den Profit aus dem Umgang mit Geflüchteten ermöglichen?
Christian Welzbacher untersucht in seinem Buch, wer von den Flüchtlingsströmen nach Europa profitiert, erzählt Rezensent Paul Welch Guerra. Das beginnt für Welzbacher schon in den Herkunftsländern und setzt sich dann in den Transitzonen fort - mit privat organisierten Flüchtlingslagern, Abschiebegefängnissen, Sicherheitsfirmen und sogar NGOs. Welch Guerra scheint das überzeugend zu finden, angenehme Lektüre ist der Essay trotz seines Themas auch, versichert er, weil Welzbacher immer wieder zwischen lokalen und globalen Gegebenheiten switche und dabei historische Kontexte herstelle.
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