Menschen, die selbst einmal Flüchtlinge waren, holen ihre Frauen, Kinder und Verwandten aus dem syrischen Krieg illegal nach Deutschland. Dafür behandelt der deutsche Staat sie wie Verbrecher. Die Fluchthelfer die "Schleuser" werden von Regierung, Polizei, Justiz und Presse mit Terroristen und Mördern auf eine Stufe gestellt. In dem aktuellen Fall, den Stefan Buchen recherchiert hat, verlieren Behörden und die deutsche Flüchtlings- und Migrationspolitik jedes menschliche Maß. Die Angeklagten haben Pässe gefälscht, Grenzbeamte bestochen, Geld über Staatsgrenzen hinweg verschoben. Aber warum? Wie bewertet der deutsche Staat Verstöße gegen das Ausländerstrafrecht im Angesicht von Kriegsnot, Flucht und Vertreibung?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Ein bisschen einseitig findet es Rezensent Rainer Hermann schon, wie der "Panorama"-Reporter Stefan Buchen in diesem Buch die Flüchtlingsproblematik behandelt. Die politischen Kosten unregulierter Zuwanderung bekommt Hermann vom Autor jedenfalls nicht auseinandergesetzt. Dafür macht ihm Buchen klar, was es heißt, Kriegsopfer zu sein und die Flucht als einzigen Ausweg zu sehen. Vor allem aber macht ihm der Autor am Beispiel eines eher aus Nächstenliebe denn aus Geldgier handelnden syrischen Schleusers deutlich, wie sehr Flüchtlingspolitik in Deutschland von Vorurteilen und Einfalt bestimmt ist.
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