Christian Y. Schmidt

Der letzte Huelsenbeck

Roman
Cover: Der letzte Huelsenbeck
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783737100243
Gebunden, 400 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Nach Jahren in Ostasien ist der Journalist und Hobbyornithologe Daniel S. zurück in Deutschland. Eigentlich will er hier nur noch seine Ruhe. Doch bereits das Begräbnis seines Jugendfreundes Viktor endet in einer wüsten Schlägerei. Danach läuft Daniels Leben völlig aus dem Ruder. Eine Frau aus der Vergangenheit taucht auf, an die er sich beim besten Willen nicht erinnert, Menschen werden ausgetauscht oder verschwinden, und überall sieht er versteckte Zeichen, die ihm verraten, dass er am 19. Oktober sterben wird. Kann Daniel diese Rätsel mit Hilfe der 'Methode Cooper' lösen, wie es sein Psychiater, ein fanatischer David-Lynch-Fan, empfiehlt? Oder soll er auf seinen Berliner Dealer hören und mehr 'ehrliche Siebziger-Jahre-Drogen' nehmen? Hilft googeln? Und was hat der ganze Irrsinn mit der Amerikafahrt zu tun, die Daniel 1978 mit seinen Jugendfreunden, den neodadaistischen 'Huelsenbecks', unternahm? In seinem Romandebüt schickt Christian Y. Schmidt seinen Helden auf eine mysteriöse Reise zwischen Berlin und Mexiko, die ihn über verschlungene Pfade zur Wahrheit führt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2018

Schön verwirrt geht Rezensent Dietmar Dath aus der Lektüre von Christian Y. Schmidts Roman über das Älterwerden im Unbequemen hervor. Die Ähnlichkeit des hadernden Helden mit dem Autor entgeht Dath nicht. Dass Schmidt nicht alles billig aufzuklären versucht an der im Text verhandelten Biografie, sondern stattdessen kunstvoll konfuse Passagen einfach stehenlässt, etwa über den Verrat der Erinnerung an der konkreten Erfahrung, gefällt Dath gut. Als Trost bleiben Scherze, meint Dath. Erzähldichtung ganz ohne Getue, lautet sein begeistertes Urteil.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.06.2018

Abgekämpft fühlt sich Rezensent Frank Schäfer nach der Lektüre von Christian Y. Schmidts Wahnsinns-Roman, wie nach einem Action-Film, wo einen die Special Effekte durch die Handlung peitschen. Den filmischen Effekten, lesen wir, entsprechen im Roman des Ex-Titanic-Autors zahlreiche unerwartete, nicht immer logische Plotwendungen, Trugschlüsse, erzählerische Sackgassen, Verwirr-Manöver und jede Menge Sprachwitz und Situationskomik, die dem psychotischen Geist des Erzählers entsprungen sind. Auf diesem irrsinnig verschlungenen Erzählfluss schippert Schmidt mit seinem Kahn namens "Huelsenbeck", unterläuft dabei jegliche Erwartungen an Logik und Struktur und umschifft mit Hilfe frischer Dialoge und gutem Sprachgefühl die Klippen der Willkür und Ermüdung, schließt der Rezensent, der sich von diesem rauschhaften "Rankenwerk der Imagination" dennoch gut unterhalten gefühlt hat. 

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