Christiane Neudecker

Nirgendwo sonst

Roman
Cover: Nirgendwo sonst
Luchterhand Literaturverlag, München 2008
ISBN 9783630872773
Gebunden, 272 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Burma, im Herbst 2004: Ein Mann hetzt durch das Land. In der so faszinierenden wie bedrohlichen Welt des abgeschotteten Militärstaates sucht er die Frau, die ihn soeben verlassen hat. Je tiefer aber der Deutsche in das Innere von Burma vordringt, desto mehr verliert er nicht nur ihre Fährte, sondern auch: sich selbst. Was wie eine traumhafte Abenteuerreise begann, wird zu einer verschlungenen Irrfahrt in das eigene Ich und in die Untiefen der Vergangenheit. Denn in einem Land, das so vieles verbirgt, kann man sich auf nichts verlassen schon gar nicht auf sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.11.2008

Die Hoffnung, mit diesem Roman einen Blick auf das wahre Burma werfen zu können, muss Verena Mayer leider schnell begraben. Die sie anfänglich in Bann ziehende, von Christiane Neudecker über eine "fiebrige" Sprache transportierte Beklemmung angesichts gespenstischer Szenen aus einem totalitären Regime weicht bald einem anderen Gefühl. Weil nämlich die Autorin ihrem Stoff nicht vertraut und ihrem durch Burma irrenden Helden eine komplizierte Vergangenheit andichtet, leidet der Reiseroman beträchtlich. Vor lauter Action, bedauert Mayer, kommt Burma in diesem Buch schließlich nur noch als "exotische Kulisse" vor, genau wie im "Lonely Planet".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2008

Das Unbehagen mit dem Text, das Gefühl, das etwas nicht stimmt, wird die Rezensentin Christina Hoffmann beim Lesen nicht los, und wie es der Rezensentin scheint, ist diese leitmotivische Doppelbödigkeit gewollt. Das Debüt von Christiane Neudecker nämlich spielt in Burma mit seinen paradiesischen Landschaften, mit seinen Kindersoldaten und seinem totalitären Regime. Zu dem Schluss, dass hier gut kalkuliert erzählt wird, kommt Rezensentin Hoffmann indes nicht nur aufgrund des atmosphärischen Feingefühls der Autorin. "Elegante" Überleitungen bilden Brücken über Zeit- und Perspektivenklüfte und die Beschreibungen Burmas sind "präzise". Weder gewisse Übertreibung noch unfreiwillig komische Sexszenen können dem Text seine Leuchtkraft und Lebendigkeit nehmen, findet Hoffmann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.07.2008

"Höchst lesenswert" findet Rainer Moritz diesen Roman von Christiane Neudecker, der von der Sinnsuche zweier europäischer Rucksacktouristen in Burma erzählt. Anerkennend stellt er fest, dass es der Autorin auf wundersame Weise gelungen sei, trotz einiger "abgegriffener Motive", nicht ins Banale abzugleiten, sondern anhand gewagter Handlungsbögen eine intime Geschichte über Fremdheistgefühle, Verlust und Neuanfang zu entwerfen. Stilsicher und frei von Pathos zeichne die Debütantin auch das Bild eines Landes, das sich nach außen isoliert und "Touristen argwöhnisch beäugt", nur in Ausnahmefällen verliere sie dabei ihre sorgsam aufgebaute Zurückhaltung. Ein rundherum gelungener Erstling, resümiert der Rezensent.
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