"Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Dieser Satz wurde vor über 70 Jahren im Grundgesetz verankert, aber politisch fehlt bis heute der Wille zur konsequenten Umsetzung. Rita Süssmuth kämpft gegen die Folgen der Ungleichheit, erklärt ihre historischen Wurzeln und sagt, was geschehen muss für eine bessere Zukunft. "Wir Frauen", so die ehemalige Bundestagspräsidentin, "wurden immer schon gebraucht, aber mit unseren Fähigkeiten und Kompetenzen nicht anerkannt."Von 1918-1987 gab es im Parlament nie einen Frauenanteil über 10 Prozent. Das Wahlrecht wurde gegeben und in Teilen wieder genommen, Berufswege wurden erweitert und wieder eingeschränkt, die Quote mühsamst durchgesetzt und nicht beachtet. Parität muss das Ziel heißen - dafür streitet Rita Süssmuth seit vielen Jahren. Und in den aktuellen existenziellen Krisen wird die Ungleichheit der Lebenschancen größer. Jeden Tag werden wir konfrontiert mit der Ungleichheit von Frauen und Männern - bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dem viel zu hohen Anteil von Frauen in Teilzeit mit negativen Konsequenzen für Einkommen, Alterssicherung und beruflichen Aufstieg sowie dem hohen Frauenanteil bei den Schwächeren unserer Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2022
Rezensentin Sara Maria Behbehani stört sich nicht an den vielen Ausrufezeichen in Rita Süssmuths Plädoyer für Gleichberechtigung, strukturelle Veränderungen und Handeln im Sinne politischer und gesellschaftlicher Parität. Ausgehend von der Pandemie und den durch sie noch sichtbarer gewordenen Strukturen der Ungleichheit fordert die Autorin laut Behbehani zur Verantwortung auf und übernimmt selbige, indem sie sich "klug", mit Weitsicht und offen als Kämpferin zeigt und sich nicht mit dem Status quo zufriedengibt. Lesen!, meint Behbehani.
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