"34, Loser" erzählt in teils lakonisch-lässiger, teils emotional-einfühlsamer Sprache von einer modernen Großstadtexistenz. Amber, die Heldin dieses Romans, hat die Grenze der Dreißig überschritten und versucht verzweifelt nicht erwachsen zu werden. Sie organisiert ihr Leben mit Gelegenheitsjobs und -beziehungen; gesellschaftlicher Anerkennung, Karriere und Familie setzt sie ihr Lebensprovisorium entgegen. Und doch sehnt sich Amber nach beruflicher Erfüllung, nach der großen Liebe.
Das Lebensgefühl der gefrusteten 30er behandelt Christines Bergers erstes Buch, und es tut dies nach Stephanie Grimm ziemlich treffend. Die Heldin hat einen angeblich typischen Lebenslauf: etwas Geisteswissenschaftliches studiert, keinen Abschluss gemacht, nun jobbt sie in der Medienbranche, die sie so anödet wie ihre Kollegen, Freunde oder die In-Kneipen in Berlin-Mitte. Dorthin verschlägt es sie manchmal aus Tegel, wo sie unter lauter alten Leuten im selbstgewählten Exil lebt. Ob das die `ungewöhnliche Perspektive` meint, die Stephanie Grimm der Autorin zuschreibt? Was Grimm gelegentlich aufstößt, ist der belehrende Unterton von Berger, die ihren Beobachtungen nicht genügend vertraue und sie nicht kommentarlos stehen lassen kann.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…