"34, Loser" erzählt in teils lakonisch-lässiger, teils emotional-einfühlsamer Sprache von einer modernen Großstadtexistenz. Amber, die Heldin dieses Romans, hat die Grenze der Dreißig überschritten und versucht verzweifelt nicht erwachsen zu werden. Sie organisiert ihr Leben mit Gelegenheitsjobs und -beziehungen; gesellschaftlicher Anerkennung, Karriere und Familie setzt sie ihr Lebensprovisorium entgegen. Und doch sehnt sich Amber nach beruflicher Erfüllung, nach der großen Liebe.
Das Lebensgefühl der gefrusteten 30er behandelt Christines Bergers erstes Buch, und es tut dies nach Stephanie Grimm ziemlich treffend. Die Heldin hat einen angeblich typischen Lebenslauf: etwas Geisteswissenschaftliches studiert, keinen Abschluss gemacht, nun jobbt sie in der Medienbranche, die sie so anödet wie ihre Kollegen, Freunde oder die In-Kneipen in Berlin-Mitte. Dorthin verschlägt es sie manchmal aus Tegel, wo sie unter lauter alten Leuten im selbstgewählten Exil lebt. Ob das die `ungewöhnliche Perspektive` meint, die Stephanie Grimm der Autorin zuschreibt? Was Grimm gelegentlich aufstößt, ist der belehrende Unterton von Berger, die ihren Beobachtungen nicht genügend vertraue und sie nicht kommentarlos stehen lassen kann.
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