Listen bestimmen unser Leben: Bestsellerlisten, Einkaufslisten, Fahndungslisten, Hitlisten, Namenslisten, Preislisten, Ranglisten, Rednerlisten, schwarze Listen, Spendenlisten, Strichlisten, Wäschelisten, Wartelisten, Wunschlisten. Ein Leben ohne Listen - können wir uns das überhaupt noch vorstellen? Christine Brinck hat Hunderte von Listen gesammelt, ersonnen und von Fachleuten wie Prominenten zusammenstellen lassen. Manche, die zunächst partout nichts wissen wollten von solcherlei "neumodischem Quatsch", waren am Ende der Listomanie verfallen und antichambrierten mit immer neuen Ideen. Herausgekommen ist "keine Anthologie, keine Enzyklopädie, kein Thesaurus - sondern ein Potpurri aus allem".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2005
Der Versuch, mit Ranglisten Ordnung ins Chaos zu bringen, erfreut sich seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Rezensent Johan Schloemann diagnostiziert geradezu einen ungebrochenen "Listenwahn", dem auch Christine Brinck mit dem von ihr zusammengestellten Buch "Das Beste von allem. Buch der Listen" anheim gefallen ist. Wie Schloemann berichtet, bietet der Band vor allem die Rankings dazugebetener "Scheidegeister" von Stefan Aust über Marcel Reich-Ranicki bis Hubert Burda. Von Begeisterung kann bei Schloemann nicht die Rede sein. Aber zeigt er durchaus Verständnis für die Listenmanie und verweist in einem historischen Überblick darauf, dass es sich bei der Lust an der Liste um kein reines Gegenwartsphänomen handelt. Vorläufer entdeckt er unter anderem bei Homer, bei den spätantiken und byzantinischen Philologien, oder auch beim Engländer Nathaniel Wanley, der 1678 seine sechsbändigen "Wonders of the Little World" kompilierte. Brincks Band ebenso wie David Wallechinskys und Amy Wallaces neuaufgelegtes "große Buch der Listen", zeigen für Schloemann vor allem eins: "wie bei der Listenmacherei Kanon und Kuriosum unweigerlich zu Zwillingen werden".
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