Mit neun Karikaturen von Albert de Pury. Erasmus von Rotterdam (1466/67-1536) zählt zu den noch heute weitum bekannten Humanisten. Mit seiner griechisch-lateinischen Ausgabe des Neuen Testaments und seinen Bibelkommentaren und -auslegungen übte er eine kaum zu überschätzende Wirkung auf das damalige wie auch auf das spätere christliche Denken aus. Er beeinflusste Philosophen, Politiker, Literaten, Juristen, Pädagogen, Künstler und Musiker unterschiedlichster Richtung. Das Spektrum der Themen, mit denen er sich auseinandersetzte, ist breit: Krieg und Frieden, Politik und Menschenwürde, Rechtsprechung und Rechtsphilosophie, Kirchenmusik und Predigtlehre, Frömmigkeit und Lebensweisheit, Stilkunde und zivilisiertes Benehmen, Ehe-, Frauen- und Erziehungsfragen. Erasmus prägte mit seinen Gedanken die Geistesgeschichte bis in unsere Tage.
Christine Christ-von Wedel führt in die Persönlichkeit ein, in das reiche und vielschichtige Denken des großen Humanisten und in die Kämpfe und Sehnsüchte des Zeitalters der Reformation.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2016
In ihrem, wie Rezensent Uwe Justus Wenzel findet, "schwungvollen" Porträt Erasmus' von Rotterdams, bemüht sich die Historikerin Christina Christ-von Wedel um ein authentisches und ausgewogenes Bild des christlichen Humanisten, lobt der Rezensent. Dies gelinge ihr auch, unter anderem durch zahlreiche Zitate, durch die sich dem Leser einiges von der "freimütigen erasmischen Geistesart" mitteile. Dass die Zitate in einer eigens für diesen Zweck entworfenen Kursivschrift gedruckt sind, erscheint dem Kritiker allerdings allzu verwirrend und gewöhnungsbedürftig. Gegen eine Veranschaulichung durch Bilder hat er eigentlich auch nichts einzuwenden, doch die von Albert de Pury beigesteuerten Cartoons findet er dann doch etwas zu vereinfacht und undifferenziert. Trotz dieser Kritikpunkte kann Wenzel das Buch auch für Erasmus-Anfänger als gewinnbringende Einführung empfehlen. Und immerhin hat es Wedels Porträt geschafft, ihn zum Erasmus-Sympathisanten und -Bewunderer zu machen, wie in seiner umfangreichen Zusammenfassung zu spüren ist.
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