Am Vorabend des Erntedankfestes besteigen Lou, 40, und Ottilie, 80, einen seniorengerechten Vier-Sterne-Reisebus, um eine Reise zum Kyffhäuser anzutreten. Lous zwanzigjähriger Sohn Anatol sitzt derweil betrunken in einem Flugzeug von den USA nach Deutschland und erzählt zwei Spielzeugnilpferden von seinem Versuch, mit Hilfe einer Fruchtbarkeits-App eine Bilderbuchfamilie zu gründen. Und während die deutschtümelnde Leipziger Kleingartenanlage für das Erntedankfest aufrüstet, bereitet sich auch Karola auf die Verteidigung der Heimat vor. 48 Stunden später kommt es zum Showdown…Wie eine literarischen Kreissäge fräst sich "Trümmerfrauen" durch deutsche Geschichte und lässt Lebenswirklichkeiten aus Ost und West, Gegenwart und Vergangenheit aufeinanderprallen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2020
Rezensentin Melanie Mühl findet zumindest einen Teil von Christine Koschmieders Roman richtig nervtötend. Da quatscht eine Figur in einem Kreissägenton von Fruchtbarkeits-Apps und Zervixschleim, verrät Mühl. Sobald die Rezensentin das verdaut hat, kann sie sich einer Leipziger Trümmerfrau und Kleingärtnerin auf Kaffeefahrt zum Kyffhäuser zuwenden. Und siehe: Da wird es für die Rezensentin interessant, geht es doch um Heimat, Ost und West, Schuld und Sühne. Es sind eindeutig die älteren Semester in diesem Roman, die Mühl ans Herz wachsen.
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