Gesprochen von Eva Maria Salcher. Christine Lavant beschrieb im Jahr 1946 die verstörenden Wahrnehmungen einer Frau, die sich nach einem Selbstmordversuch freiwillig in ein Irrenhaus einliefern lässt. Hier erlebt und beschreibt sie in magischen Bildern die Welten der Insassen. Die Schreibende gibt, klarsichtig trotz aller seelischen Bedrängnis, über eine abgründige Wirklichkeit Auskunft, die das Bewusstsein und das Unterbewusstsein der Insassen, des Personals und der Besucher erfasst. Auch sie selbst sehnt schließlich den Wahn geradezu herbei, um sich darin einrichten zu können, und nicht mehr über den Sinn eines "Später" in einem heillosen Leben nachdenken zu müssen.
Die Kärntner Dichterin Christine Lavant ist nur wenigen bekannt, obwohl sie, wie Rezensent Konrad Heidkamp informiert, zweimal den Trakl-Preis erhielt und sowohl von Thomas Bernhard als auch von Michael Krüger hoch gelobt wurde. Der nun von Eva Maria Salcher gesprochene 120 Seiten starke Text ist posthum veröffentlicht und umfasst die Erlebnisse der 1915 geborenen, unter einem Pseudonym schreibenden Dichterin in einer psychiatrischen Anstalt, in die sie sich auf eigenen Wunsch nach einem Selbstmordversuch begeben hatte. Das Schreiben an diesem Ort werde "zum Sehen, das Irrenhaus zur Verdichtung des Lebens da draußen, mit all den 'Hass- und Elendsstrahlungen', aber auch mit den Versuchen, die Grenzen zu durchbrechen, um 'irgendwo dazuzugehören'", erklärt Heidkamp. Für ihn ist der Text das Dokument eines Menschen, der sich gegen das Lebensmotto, sich an alles gewöhnen zu müssen, wehrt und dagegen anschreibt.
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