Christine Nöstlinger

Ned, dasi ned gean do warat

Gedichte
Cover: Ned, dasi ned gean do warat
Residenz Verlag, Salzburg 2019
ISBN 9783701717156
Gebunden, 80 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Michael Köhlmeier, einem Nachwort von Gerald Votava und Illustrationen von Barbara Waldschütz. Tiefsinnig, rabenschwarz und voller lakonisch-heiterer Zwischentöne, so lesen sich die neuen Dialektgedichte von Christine Nöstlinger. Sie erzählen von Sorgen und Hoffnungen, von Bösartigkeiten und von dem Umgang mit dem Alter. Die arbeitsscheue "Jasmin vun da Vira-Schdiagn" liegt ihrem Mann auf der Tasche, der "Westbaunhof-Rudl" schaut sich jeden Tag die kleinen und großen Dramen des Lebens am Bahnsteig an, der stille Meia entfaltet nur vor seinem Goldfisch seine geheimen Gewaltfantasien - soll man deswegen die Polizei rufen? Die Lyrik aus dem Nachlass von Christine Nöstlinger schaut nuanciert vor allem dorthin, wo der Rand der Gesellschaft ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2019

Dass dem Band mit Dialekt-Gedichten von Christine Nöstlinger ein Glossar fehlt, findet Rezensentin Daniela Strigl, selbst Österreicherin, höchst bedauerlich. Wie krass wienerisch, wie bitterböse und sarkastisch sich die Kinderbuchautorin vor 45 Jahren einen Reim machte auf das Kleinbürgertum, scheint Strigl allerdings äußerst lesenswert. Im Notfall hilft nur raten, meint sie, etwa, was "si heimdran" bedeutet ("heimdrehen", also "sich umbringen"). Was die Härte des Lebens bedeutet, das Alter, die Krankheit, materielle Not und handfeste Brutalität, fasst die Autorin mit sozialkritischer Absicht, erklärt Strigl. Der Dialekt hat hier dokumentarische wie gestalterische Funktion, weiß die Rezensentin, der bei dieser beinharten "Unterschichtslyrik" das Herz aufgeht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.05.2019

Clemens J. Setz lernt viel über unsere Zukunft mit den Gedichten von Christine Nöstlinger. Für ihn die verständigste, klügste Dichterin sowieso. Dass er nach Kindheitserlebnissen mit ihren Texten noch einmal dem "Bua" mit dem Goldfisch aus Nöstlingers "iba de gaunz oamen leit" begegnen darf, macht Setz ganz narrisch. Dass der Band postum erscheint und bloß 50 Seiten hat, macht ihn allerdings auch traurig. Von Nöstlingers rätsellösender Sprachkraft kann er nicht genug kriegen.

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