Wirtschaftsethik gewinnt auch in den Lehrplänen deutscher Hochschulen zunehmend an Bedeutung. Hinter diesem schillernden Begriff verbirgt sich allerdings eine Fülle immer schwieriger zu überblickender, teils eher heterogener Konzepte. Das vorliegende Lehrbuch möchte Studierenden und allen an Wirtschaftsethik Interessierten Orientierung in diesem theoretischen "Dschungel" bieten. Daher legen die Autoren Wert darauf, wirtschaftsethische Konzepte in einem Gesamtzusammenhang zu diskutieren. Sie verstehen Wirtschaftsethik nicht als Bindestrich-Ethik, sondern als Ethik mit ökonomischer Methode und beginnen deshalb mit systematischen Überlegungen zu der Frage, was eine Wirtschaftsethik für die Moderne leisten muss.
Die wichtigsten Konzepte der eher anwendungsorientierten Unternehmensethik, die sich mit moralischem Handeln in Unternehmen beschäftigt, finden ebenfalls breiten Raum. Themenfelder wie Compliance, Corporate Social Responsibility und Creating Shared Value werden diskutiert und voneinander abgegrenzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2018
Rezensent Georg Giersberg bekommt mit Christoph Lütges und Matthias Uhls Arbeit zum Thema Wirtschaftsethik ein "typisch deutsches" Lehrbuch mit vielen Definitionen, Beschreibungen und Empirie, aber etwas "blutleer" und mit wenig Ethik. Spannend wird der Band für ihn erst ab Seite 192, wenn die Autoren zur Unternehmensverantwortung kommen, dem Kern der Wirtschaftsethik, so Giersberg. Hier diskutieren sie laut Rezensent den Ansatz von Milton Friedman und den kontinentaleuropäischen des ehrbaren Kaufmanns, von dem sie laut Rezensent wenig halten.
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