Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2002
Nicht wenige moslemische Gelehrte, die sich an eine wissenschaftliche Auslegung des Korans gewagt haben, mussten ihre Studien mit dem Leben bezahlen. Kein Wunder, meint daher Rezesent Wolfgang Günter Lerch, dass auch der deutsche Semitist und Autor des Buches "Die syro-aramäische Lesart des Koran" nur unter dem Pseudonym Christoph Luxenberg veröffentlicht. Luxenberg untersuche den Koran streng sprachwissenschaftlich und lege damit eine "Lunte an religiöses Dynamit". Doch die Ergebnisse der Arbeit scheinen Lerch weitgehend überzeugend: Luxenberg entschlüssele die vielen christlichen und syrischen Elemente, die im Koran ihren sprachlichen Niederschlag gefunden haben, schließlich sei zur Entsehungszeit des Koran das Aramäische im Vorderen Orient wesentlich verbreiteter gewesen als das Hocharabisch. Als besonders brisantes Beispiel der Luxenbergschen Textkritik führt der durchaus beeindruckte Rezensent die legendären "Huris" an, die im Hocharabisch zu den "großäugigen Jungfrauen" wurden, die bekanntlich auf die Seligen im Paradies warten. Vom aramäischen Wortstamm ausgehend, glaubt Luxenberg vielmehr, dass es sich dabei um "perlengleiche Weintrauben" handelt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2001
Die Studie hakt dort ein, wo es dunkel wird. Und für Mona Naggar schafft sie auch etwas Licht. Dann nämlich, wenn der Autor mit seiner Dreischritt-Methode, die die Rezensentin uns auseinandersetzt, zu einer Korrektur der einen oder andren Lesart der Konsonantenstämme oder zur Erklärung "einiger grammatikalischer und orthographischer Absonderlichkeiten" im koranischen Text gelangt und damit an das Dogma von der Reinheit der koranischen Sprache rührt. Gar spektakulär findet Naggar die hier vorgeschlagene neue Lesart zweier Verse in Sure 44 und 52. Und wirklich, dass der Autor die den Seligen versprochenen "Paradiesjungfrauen" an dieser Stelle kurzerhand durch "Weintrauben" ersetzt, erscheint auch uns mindestens bedenkenswert.
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