Christoph Meckel

Eine Tür aus Glas, weit offen

Gesammelte Prosa
Cover: Eine Tür aus Glas, weit offen
Carl Hanser Verlag, München 2020
ISBN 9783446265684
Gebunden, 288 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

In seiner jetzt zum ersten Mal aus lang vergessenen Quellen gesammelten Prosa spricht Christoph Meckel von seiner Arbeit und seinem Leben, von der Poesie, der Kunst, von Weggefährten und von dem, "was noch nicht gemacht ist". Hier wird erzählt vom bucklicht Männlein, das schon durch die Kinderträume geistert, und von Monsieur Bernstein, von dem, was ein Dichter tut, und wie er selbst einer geworden ist. 'Eine Tür aus Glas, weit offen' zeigt die große Spannweite des Schriftstellers Christoph Meckel, dicht am eigenen Leben und doch mit der ganzen Weite der Poesie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 10.07.2020

Für den Rezensenten Jörg Magenau geht Christoph Meckel ganz in seinen Texten auf. Nachzulesen in diesem Band mit sogenannten Gelegenheitsarbeiten und "Gebrauchstexten", Rezensionen, Porträts von Kollegen und Wegbegleitern, Skizzen, an denen Magenau klar erkennt, dass Meckel in keine Schublade passte. Meckels Zurückhaltung, aber auch sein spannungsreiches Verhältnis zu jüdischen Freunden und zum Literaturbetrieb sowie sein Verständnis des Fragmentarischen scheinen Magenau in den Texten offenbar zu werden. Für den Rezensenten höchst lesenswert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2020

Rezensent Nico Bleutge findet die "Essenz" des im Januar verstorbenen Dichters und Zeichners Christoph Meckel in diesem Band, an dem der Autor noch selbst mitwirkte. In den hier versammelten Notaten, Dankes- und Lobreden, Aufsätzen und Postkarten entdeckt Bleutge Meckels ganze Sprachgewalt, den eigenen knappen Meckel-Sound und die Gabe, scheinbar Disparates zu verbinden: Egal ob ihm Meckel die Geschichte des europäischen Judentums "in Kurzform" erzählt oder Landschaften, Lavendelbauern und Kröten im Mondschein beschreibt, stets erkennt der Rezensent, auch in den wenigen, dem Band beigegebenen Zeichnungen, eine "gleichbleibend helle Energie".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2020

Rezensent Hubert Spiegel liest die Sammlung von zuvor in kleinen Auflagen oder in Jahrbüchern und Zeitschriften publizierten Texten von Christoph Meckel als Mosaik der Dichterbiografie. Dass sich viele von Meckels hier versammelten Texten kaum ein- oder zuordnen lassen, verbucht er als Gewinn, schon, da das scheinbar Beiläufige an ihnen immer zu den "Glutkernen seines Lebens und Schaffens" führt, zu Trümmerkindheit und NS-Vergangenheit der Vätergeneration. Ob Meckel über die Produktivität schreibt oder über Künstlerkollegen, er ist nie rührselig, sondern mitfühlend, "angreifbar, aber unverwüstlich", stellt Spiegel fest.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.04.2020

Nico Bleutge entdeckt die Größe von Christoph Meckel in diesem Band mit Aufsätzen, Porträts, Zeichnungen. Wie der Autor und Zeichner einfühlsame Charakteristik mit Zeitgeschichtlichem zu verbinden wusste und zugleich auch sich selbst mit einbrachte, erkennt Bleutge beim Betrachten der Zeichnungen wie auch beim Lesen der nur scheinbar beilläufigen Prosa. Das Anreichern des Augenblicks mit Fantasie und Geschichte, die Einheit von Leben und Schreiben - hier werden sie für den Rezensenten unmittelbar sichtbar. Ein von Freude an der Arbeit geprägter und Freude machender "Meckel en miniature", freut sich Bleutge.