Christoph Nußbaumeder

Das Herz von allem

Roman
Cover: Das Herz von allem
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783737102254
Gebunden, 448 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Johannes Gottstein flieht 1796 nach New York. Der junge Pfarrer war zu freigeistig, wurde exkommuniziert. In den frisch gegründeten USA soll "John" eine Expedition des vermögenden Oliver Hancock begleiten, der das "American Incognitum" aufspüren will - ein Mammut in einem unzugänglichen Landstrich, dessen Entdeckung Reichtum, ja ewigen Ruhm verheißt. Dreizehn Männer ziehen los, ein bunter Haufen. Sie erleben Eisstürme, Überfälle, begegnen Natives. Die waghalsige Reise fordert bald ihre Opfer. Und sie stellt alle auf die Probe, den Humanisten John genauso wie den träumerischen Idealisten Hancock, der doch Sklaven besitzt. Tiefe Konflikte brechen auf: Wem gehört die Welt? Was darf der Mensch in ihr tun? Bei den Lakota stößt die Truppe auf riesige Stoßzähne, auch hören sie von einem mysteriösen Tal. Doch je weiter sie in dieses verborgene Herzland vordringen, desto tiefer geht es auch ins Unbekannte der Seele.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2026

Der historische Amerikaroman von Christoph Nußbaumeders will viel, wie Rezensentin Daniela Strigl festhält. Der Autor nutzt eine fiktive Expedition im frühen 19. Jahrhundert, um über "Demokratie und Rassismus", Hybris, Naturausbeutung und Artensterben zu reflektieren. Die abenteuerliche Anlage mit Eisstürmen, Krankheiten und Begegnungen mit den Lakota ist üppig, doch der Lektüregenuss leidet massiv unter der Sprache, moniert die Kritikerin. Zahllose Seiten lang kämpft man sich durch ein "schier unüberschaubares Stilblütenmeer", schwankend zwischen archaisierendem Pathos und Gegenwartsjargon. Formulierungen wie "bergseetiefer Glaube" oder "Liebe macht wahrheitsfähig" wirken unfreiwillig komisch, die Figuren bleiben leider schablonenhaft. Auch sachliche Schnitzer irritieren. Wer einen wirklich "packenden Abenteuerroman" sucht, ist laut Strigl anderswo besser aufgehoben. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.09.2025

Kritikerin Katharina Teutsch ist nicht überzeugt von Christoph Nußbaumeders neuem Roman, in dem ein deutscher Pfarrer sich Ende des 18. Jahrhunderts mit einer Truppe auf den Weg macht, ein amerikanisches Fabelwesen aufzuspüren und zu erlegen. Die Expedition wird von einem reichen Mann finanziert, der Pfarrer zweifelt selbst an der Sinnhaftigkeit des Vorhabens, das "American Incognitum" besiegen zu wollen, auch wenn das enorme Macht verspricht. Diese Zweifel und die Expedition an sich schildert Nußbaumeder für Teutsch leider in manierierter Weise, jeder Gedanke, jeder Zweifel wird ihr zufolge minutiös ausgebreitet - alles sehr vorhersehbar, findet sie.
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