Konrad Bayer

der kopf des vitus bering

Cover: der kopf des vitus bering
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2014
ISBN 9783990270073
Gebunden, 104 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Günther Eisenhuber. Vitus Bering, Entdecker dänischer Herkunft, Marineoffizier in russischen Diensten, bricht Mitte des 18. Jahrhunderts auf, das östlichste Ende des Zarenreichs zu erkunden, um zu beweisen, dass Asien und Amerika nicht zusammenhängen. Auf seiner letzten Expeditionsfahrt entdeckt er Alaska, strandet auf dem durch Stürme abgeschnittenen Rückweg nach Kamtschatka an einer unbewohnten Insel, wo er beim Versuch, über den Winter zu kommen, mit Teilen seiner Mannschaft an Skorbut stirbt. Soweit die Legende, das biografische Substrat einer Geschichte, aus deren Versatzstücken und Motiven Konrad Bayer mit den Mitteln der Textmontage und unter Verarbeitung einer Vielzahl unterschiedlichster Quellen ein Sprachkunstwerk schuf, das zu den wichtigsten Hervorbringungen der österreichischen Avantgarde nach 1945 zählt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2015

Mit Konrad Bayers Buch "der kopf des vitus bering" hat sich Rezensent Nico Bleutge auf eine Reise ins "Innere der Sprache" begeben und viel Interessantes entdeckt. Denn der bereits im Alter von 31 Jahren verstorbene Autor, der Mitglied der Wiener Gruppe war, zeigt hier, wie anhand eines Neubeginns der Sprache überkommene Normen und Denkmuster außer Kraft gesetzt werden können, und er erzählt zugleich die spannende Geschichte des dänischen Polarforschers Vitus Bering. Während der Lektüre wohnt der Kritiker geradezu einem "Materialexzess" bei: Ausschnitte aus Lexika, Kochrezepte oder Märchentexte stehen hier neben esoterischen Schriften und mathematischen Berechnungen. Insbesondere aber staunt Bleutge, wie es dem Autor gelingt, mit historischem Hintergrundwissen, Gespür für die Kunst der Montage und mit großer Intensität zu erzählen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2014

Rezensent Felix Philipp Ingold weiß, was er hat an Konrad Bayers Prosasuite: eine das Verständnis des Lesers konsequent torpedierende Ansammlung von eher unelegant und inkohärent formulierten Sätzen, Aufzählungen, Gedanken, Zeitungs- und Lexikonexzerpten, Zitaten, Mythen, wissenschaftlichen Texten. Klingt nicht einladend, ist es auch nicht, meint Ingold, der das neuaufgelegte Buch von 1965 dennoch empfiehlt, um sich ein eigenes Bild zu machen von Bayer, seinem unheroischen, kaum fassbaren Helden Bering und einer labyrinthisch angelegten Engführung heidnischer und christlicher Rituale.

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