Während das Europa der Nachkriegszeit in erster Linie mit der theoretischen und praktischen Konsolidierung von Demokratie und Menschenrechten befasst war und das Minderheitenthema nur als Randthema tangierte, ist seit der Wende 1989/90 und spätestens mit dem Inkrafttreten der beiden einschlägigen Europarat-Völkerrechtsinstrumente 1998 eine neue Epoche angebrochen, die man als Ära des unmittelbaren Minderheitenschutzes bezeichnen könnte.Dieses Nachschlagewerk bietet eine Bestandsaufnahme des Minderheitenrechts und seiner praktischen Umsetzung in 36 Staaten. Letztere werden einem konstanten, aus ingesamt 13 Rechtspositionen bestehenden Prüfungsschema unterzogen, wodurch es Interessierten in Wissenschaft, Politik und Verwaltung ermöglicht wird, sich rasch und gezielt über konkrete Themenkreise zuinformieren. Seit der ersten Auflage im Jahr 2002 im Verlag Braumüller hat die beeindruckende Dynamik in diesem Bereich eine Neuauflage erforderlich gemacht, in die alle aktuellen Entwicklungen eingearbeitet sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2006
Ein umfassendes wie fundiertes Handbuch zu den Minderheiten in Europa liegt nun vor, freut sich Rezensent Christian Hillgruber. Der zweite Band des Handbuches mit seinem Vergleich der Minderheitenrechte in den europäischen Staaten stellt den Rezensenten allerdings nicht völlig zufrieden, da einheitliche Kriterien im Einzelnen zu "verzerrten" Wertungen führen würden. So sei ein fehlender Minderheitenrechtschutz in Deutschland anders einzuschätzen als in Weißrussland, da jedermann in Deutschland schließlich diesen Schutz genieße.
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