Was fasziniert uns an der Lebenswelt, Mentalität und Kultur des modernen islamischen Orients - und was erschreckt uns an ihr? Wie sehr verstehen wir sie - und wie sehr bleibt sie uns fremd? Inwieweit gelingt es uns, uns auf sie einzulassen und in sie einzutauchen? Und inwieweit bleiben wir gefangen in unseren westlichen Projektionen und Vorurteilen? Immer wieder hat Christoph Peters in seinen Büchern die Berührungspunkte und Reibungsflächen der westlichen Welt mit anderen gesellschaftlichen und spirituellen Traditionen ausgelotet. Vor allem die Schnittstellen von Orient und Okzident, von Überlieferung und Moderne beschäftigen ihn zutiefst, die Faszinationskraft wie die Verstörung, die von der Begegnung mit zunächst fremden Lebens- und Denkweisen ausgehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2017
Rezensentin Lena Bopp zeigt sich etwas enttäuscht von Christoph Peters und seinen Reiseerzählungen. Zwar findet sie die Idee, vom neuen Misstrauen des Reisenden in der muslimischen Welt zu erzählen, das den Reiz des Unbekannten sabotiert, eigentlich ganz spannend und zeitgemäß. Doch die "schönen" Dilemmata, die daraus entstehen, kann Bopp nicht wirklich genießen. Zu blutleer erscheinen ihr die Geschichten aus Istanbul oder Pakistan häufig, zu wenig präzise die Beschreibungen, zu schlicht die Einsichten der Figuren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017
Insa Wilke wird nicht warm mit den Erzählungen von Christoph Peters. Auch wenn ihr einige der Texte um westliche Orient-Projektionen durchaus komisch erscheine, der glanzlose Ton des Autors, die fehlende Tiefe der Orte und Figuren machen ihr die Lektüre nicht eben leicht. Da führt der Autor den Leser nach Lahore, Kairo oder Mekka, doch Wilke kann die Orte weder schmecken noch riechen. Zu gleichgültig scheinen der Rezensentin die Beschreibungen, als dass sie ihre Fantasie entzünden könnten. Selfie-Sprech eben, meint Wilke.
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