Aus dem Französischen von Enrico Heinemann. Mit 8 Grafiken und 9 Tafeln sowie einer Karte. Der islamistische Terror, den wir erleben, stellt die letzten Zuckungen einer sterbenden Ideologie dar. Denn, so der Befund der beiden Autoren, die Moderne ist in allen islamischen Ländern auf dem Vormarsch. Die Autoren demonstrieren das an den sinkenden Geburtenzahlen oder dem Konsum ebenso wie am Alphabetisierungs- und Bildungsgrad, speziell auch unter den Frauen. Die Modernisierung der islamischen Gesellschaften, so zeigen Courbage und Todd, ist viel weiter vorangeschritten, als die Mullahs es wahrhaben wollen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.08.2009
Auch wenn Rezensent Nikolaus German mit so viel Fortschritttsglauben erst einmal zurechtkommen musste, haben ihn Youssef Courbage und Emmanuel Todd mit ihrer Analyse der islamischen Welt für sich eingenommen. Die beiden sehen in den derzeitigen Gewaltausbrüchen und Radikalisierungen innerhalb der islamischen Welt nicht Anzeichen für eine Regression, sondern die Symptome einer Welt im Umbruch. In einer sich modernisierenden Welt brechen sich Wiederstand und Desorientierung Bahn, halten sie aber nicht auf. Recht gibt Rezensent German den beiden auch, wenn sie darauf verweisen, dass Europa sich für ein aufgeklärtes Geschichtsbewusstsein feiere, dabei aber das Vergessen kultiviere: Seine Aufklärung, seine Modernisierung sei ganz genauso von Gewalt und Widerstand begleitet gewesen, wie die der islamischen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Kritisch geht Rezensent Nils Minkmar mit Youssef Courbages und Emamanuel Todds Buch über den Wandel der islamischen Welt um. Er hält den Autoren vor, die Demografie als "prophetische Wissenschaft" misszuverstehen. Zwar findet er bei ihnen Zahlen und Daten über die zunehmende Alphabetisierung der Frauen und den Geburtenrückgang. Aber den von den Autoren gezogenen Schluss auf eine Modernisierung der islamischen Gesellschaften hält Minkmar dennoch für nicht überzeugend. Er sieht in diesen Daten bloße Indikatoren, die interpretierbar sind und eine fundierte historische Analyse nicht ersetzen könnten. Genau die aber vermisst er in dem Buch. Zudem ärgeren ihn einige Passagen, in denen aus dem deutschen Erbrecht auf die Psychologie der Deutschen geschlossen wird, was für ihn schlicht wissenschaftlicher "Schwachsinn" ist. Danach ist sein Vertrauen in die Thesen der Autoren erschöpft. Sein Fazit: "gut gemeint", aber "schwer daneben".
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