Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2000
Der Althistoriker Christoph R. Hatscher versucht in seiner Dissertation die Anwendung von Max Webers Charisma-Begriff auf die Herrscher der Römischen Republik. Rezensent Wilfried Nippel begrüßt das grundsätzliche Anliegen, die - bei Weber keineswegs vorgesehene - Verengung des Begriffs "auf moderne Spielarten von Diktaturen" gilt es seiner Meinung nach zu überwinden. So recht gelungen aber sei das Hatscher nicht. Gerügt wird seine Tendenz, "einen Idealtypus in der Realität wiederfinden zu wollen". Weder Sulla noch Caesar, um die es hier geht, seien so eindeutig wie in dem Buch geschehen als charismatische Herrscher zu beschreiben. Nippel vermisst klare Brüche mit der Tradition, nie ist es seiner Ansicht nach um charismatische Erneuerung, sondern nur um "Restauration" und "Wiederherstellung" der Republik gegangen.
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