Christoph Ransmayr

Unter einem Zuckerhimmel

Balladen und Gedichte. Illustriert von Anselm Kiefer
Cover: Unter einem Zuckerhimmel
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2022
ISBN 9783103975024
Gebunden, 208 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Illustriert von Anselm Kiefer. "In den ersten jener abenteuerlichen, von Rätseln erfüllten Jahre, die manchmal schwärmerisch Kindheit genannt werden, habe ich Erzählungen vor allem als Gesänge gehört." Die ersten Geschichten im Leben Christoph Ransmayrs waren die Gesänge eines häuslichen Frauenchors, in dem seine Mutter und mit ihr eine Magd alles, was einem Kind erzählt werden sollte, sangen. Diesem Beispiel folgend erzählt Christoph Ransmayr nun in Balladen und Gedichten von abenteuerlichen Reisen nicht nur ins Hochgebirge, in das Blau des Himmels oder an den Meereshorizont, sondern durch die Zeit. Anselm Kiefer hat Ransmayrs Balladen und Gedichte mit Serien von Aquarellen begleitet, die er ausschließlich für diesen Band geschaffen hat. Die vorliegende opulent ausgestattete Sammlung verschränkt die Sprache Christoph Ransmayrs mit der Kunst Anselm Kiefers. "Unter einem Zuckerhimmel" erscheint als der zwölfte Band, als Sonderband, in Christoph Ransmayrs Reihe "Spielformen des Erzählens".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2022

Einen neuen Band seines Projektes um die "Spielformen des Erzählens" hat Christoph Ransmayr vorgelegt, erzählt Rezensent Tilman Spreckelsen, diesmal mit Gedichten und Illustrationen von Anselm Kiefer. Er findet hier schon von Ransmayr bekannte Motive und Themen wieder, es gehe um das Reisen, die Erkundung der Welt und auch die Schwierigkeiten und die Einsamkeit, die damit einhergehen können: "Es ist genug. / So weit sind wir gegangen, / so hoch sind wir hinaufgestiegen, immer höher, / bis uns der nächste Schritt ins Blaue geführt hätte, / in die Wolken, nur noch ins Leere", zitiert er den Autor. Dass das Ganze in Versform, die Form des tradierten Erzählens, verfasst ist, trifft für den Kritiker zudem den Nerv der Zeit. Und die Illustrationen des Künstlers Anselm Kiefer treten in einen bereichernden Dialog mit den Texten, lobt er. Hier treffen zwei aufeinander, deren Talente sich perfekt ergänzen, resümiert der Kritiker.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.12.2022

Christoph Ransmayr begibt sich mit seinem neuen Gedichtband auf die Reise, und Rezensent Roman Bucheli schließt sich ihm gerne an. Mit Odysseus und dessen Sohn Telemachos bricht der Autor auf, nicht nur in neue Gefilde, sondern auch zurück zu den Ursprüngen seiner dichterischen Arbeit, meint der Rezensent. Ihn überzeugen der wogende Sound der Verse, den er immer wieder anzitiert, aber auch die Haptik des Buches: Anselm Kiefer hat form- und farbmächtige Illustrationen geschaffen, erfahren wir. Ein Gesamtkunstwerk, ist sich Bucheli sicher, er lernt damit, die "Welt noch einmal neu zu lesen."

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